Keine Irreführung

Der Titel der neuen SF-Storysammlung von Corinna Griesbach mag irreführend wirken — aber es handelt sich schlicht um den Titel einer der enthaltenen Geschichten. Die Storys haben eine größere Bandbreite:  Raumfahrt, Begegnung mit anderen intelligenten Spezies, die Ausbeutung und das besenreine Verlassen unserer Welt werden zu denkbarer Fiktion. Maschinenwesen erfüllen ihren Auftrag, Familie bekommt eine neue Bedeutung und die Liebe bleibt vielleicht, was sie immer schon war: bedingungslos.

Und so frisch der Titel auch ist — Judith Madera hat auf Literatopia schon ein Urteil gefällt: hier. Und ihr Fazit lautet:

In »Alien Love« bietet Corinna Griesbach dreizehn thematisch sehr unterschiedliche, überwiegend gute bis sehr gute SF-Geschichten mit einem Schwerpunkt auf dystopischen Szenarien und weiblichen Figuren. Gekonnt verwebt sie SF-Elemente mit individuellen Schicksalen, entwirft faszinierende Skizzen aus der Zukunft und schafft Raum für eigene Gedanken und Gesellschaftskritik.

Griesbach, Corinna, ALIEN LOVE

VISIONÄR – Herbert W. Frankes Ausstellung in Linz

Anlässlich des 95. Geburtstags des Medienkunstpioniers Herbert W. Franke würdigt die oberösterreichische Landes-Kultur GmbH sein Leben und außergewöhnliches Werk mit einer Ausstellung im Linzer Francisco Carolinum. Franke ist ein Pionier in vielen Welten, ein Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft, ein Forscher und Philosoph, der in zahlreichen Disziplinen sehr frühe und entscheidende Leistungen erbracht hat.

Herbert W. Franke VISIONÄR
Ausstellung im Franscisco Carolinum
Linz | Österreich
30.März – 12.Juni 2022

29.März 2022 – 19 Uhr
Eröffnung mit dem Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer.

Es ist eine Anmeldung zur Eröffnung erforderlich mit dem Kennwort VISIONÄR
unter: anmeldung@ooelkg.at

Als Computerkünstler der ersten Stunde experimentierte er 1952 zunächst mit generativer Fotografie. Ab den sechziger Jahren nutzte er die ersten Großrechner für seine abstrakte „algorithmische“ Kunst nach mathematischen Prinzipien. 1979 war Franke Mitbegründer der Ars Electronica und in den 2000er Jahren ein Vordenker des Metaverse, mit seiner 3D-Welt „Z-Galaxy“, einem Areal wechselnder Ausstellungen auf der Internet-Plattform Active Worlds.

Das umfangreiche Werk beruht gleichermaßen auf der Rationalität des Forschers wie auf der Kreativität des Künstlers. Diesem außergewöhnlichen Brückenschlag zwischen Kunst und Wissenschaft und der enormen Imaginationskraft widmet sich die Ausstellung: von der Bildenden Kunst bis zur Science-Fiction, von der Schönheit der Mathematik bis zur Höhlenforschung.

Verkaufsförderndes Urteil

Als Verleger kommt man bisweilen auch dazu, ein Buch »außer der Reihe« zu verlegen. Ich habe das inzwischen fünfundsechzig Mal getan – und das fünfundsechzigste Buch, die »Spottlichter« von Wolfram Hirche, ist ebenso außergewöhnlich wie die vorhergegangenen Veröffentlichungen. Solche Bücher zu vermarkten, ist indes nicht einfach, wenn man aufgrund seines Verlagsschwerpunkts – hier: Science-Fiction – eine Zielgruppe anspricht, die oft genug mit Büchern »außer der Reihe« nicht viel oder gar nichts anfangen kann. Umso mehr erfreut einen dann eine außergewöhnliche Buchbesprechung, die in diesem Fall Andreas Vogt in seinem privaten Blog veröffentlicht hat: hier. Vogts Fazit:

Die Sammlung ist ein heiteres und anregendes Buch, wenn auch nicht ohne Wiederholungen (was daran liegt, dass eine Glosse in einer Monatszeitschrift über zehn Jahre Inhalte und Aussagen haben darf, die sich wiederholen – die aber dann, hintereinander in einem Buch gelesen, mitunter redundant wirken). Trotzdem: Die „Spottlichter“ bilden, unterhalten und lassen den literaturbegeisterten Bildungsbürger schmunzeln. Sehen Sie hier ein Ironiezeichen? Nein, nicht nötig.

Hirche, Wolfram, SPOTTLICHTER

 

TRAUMORTE – eine Ausschreibung

Gerd Scherm und Marianne Labisch suchen Traumorte für eine Anthologie, die Anfang 2023 bei p.machinery erscheinen soll!

Nein, es geht nicht um die wunderschönen Urlaubsorte, an denen ihr sagenhafte Tage verbracht habt, sondern um die Plätze, die ihr im Traum aufsucht. Die Orte, die seltsam vertraut erscheinen, aber in der Realität nicht existieren, oder doch? Vielleicht in einer Alternativwelt?
Wie sehen diese Orte aus, wen trefft ihr dort, was erlebt ihr?
Es darf auch um Träume anderer Menschen gehen, egal, ob der Traum nun künstlich herbeigeführt wird oder sich völlig normal einstellt. Es dürfen Albträume ebenso sein, wie Träume von einer besseren Gesellschaft.
Erzählt uns spannende Geschichten, aber ihr dürft euch auch in den Surrealismus begeben.
ABER: Bitte nicht einfach nur verschwurbelte Texte einreichen und das als Traum deklarieren.

  • Schreibt Geschichten, die der Fantastik zuzuordnen, max. 30.000 Zeichen lang und unterhaltsam sind. Zu den Geschichten gehört eure Vita, die im Buch veröffentlicht wird.
  • Einsendeschluss ist der 31. Mai 2022.
  • Einsendungen bitte ausschließlich an fancy@online.de.
  • Ihr bekommt Eingangsbestätigungen und Zu- oder Absagen.
  • Vergesst nicht, euren Namen unter den Titel zu setzen.

Es gelten die Bedingungen für die Ausschreibungen bei p.machinery und die Anforderungen an Manuskripte.

Gewaltverherrlichende und pornografische Texte werden nicht angenommen.
Die Texte müssen selbst verfasst und unveröffentlicht sein.
Den Autoren entstehen keinerlei Kosten.
Jeder angenommene und veröffentlichte Autor erhält ein kostenloses Belegexemplar und kann weitere Exemplare zum Autorenpreis erstehen.

Spott im Lichte

Auch wenn wir unseren Sitz in den äußersten Norden des Landers verlegt haben, hindert uns das nicht, Münchner Autoren zu verlegen. Nach Tiny Stricker – mit seiner Werkausgabe – und Klaus Hübner – mit seiner Tetralogie »Kein Twitter, kein Facebook. Von Menschen, Büchern und Bildern« – hat es nun den dritten Münchner Autor erwischt, der sich anschickt, mehr als ein Buch in unserem Verlag zu veröffentlichen: Wolfram Hirche ist Rechtsanwalt mit einer Leidenschaft für satirische Glossen. Seine »Spottlichter« aus den »Literaturseiten München« der Jahre 2010 bis 2021 erscheinen nun erstmals gesammelt. Und auch, wenn sich sein Fokus gern und häufig auf Münchner und seine Bewohner richtet, ist das Buch auch für Nichtmünchner interessant. Immerhin bekommt auch Herr Söder einen ab …

Hirche, Wolfram, SPOTTLICHTER

Spekulantenpack

Es ist wie bei vielen Rohstoffen: Die Preise werden durch Spekulanten bestimmt, wenn es der Markt hergibt.
Seit Beginn der Seuche wird eine zunehmende Papierknappheit kolportiert, die in der Tat allerdings Papiersorten betrifft, die zu einem mehr oder minder großen Anteil aus sogenannten Altpapieren hergestellt werden. Das sind am Ende vor allem Papiere, die im Großrollendruck (für Tageszeitungen, Werbebeilagen etc.) verwendet werden. Bilderdruck- und Werkdruckpapiere, wie sie vorrangig in der Produktion von Taschenbüchern und Hardcovern genutzt werden, sind von der Verknappung nicht in relevantem Umfang betroffen.
Und trotzdem: Die Preise steigen, weil Hersteller und Handel an Margen mitnehmen, was geht. Angetrieben wird das von Spekulanten, die dafür sorgen, dass die preisgünstigen Papiere knapp und knapper werden, et voilà! Der Beweis für die Verknappung ist erbracht, die Preissteigerungen sind als notwendig erwiesen.

Erstmals in der Geschichte unseres Verlages müssen wir den Preis eines Buches anpassen, weil wir anderenfalls Verluste einfahren – was eindeutig nicht unser Geschäftsgegenstand ist. Betroffen ist Dirk C. Flecks Sammlung von Internettexten »99NOTES«, vor drei Jahren erschienen und nach wie vor nachgefragt. Zur Vermeidung von Verlusten müssen wir den Preis von ursprünglich EUR 17,90 auf nunmehr EUR 19,90 anheben – wobei wir davon ausgehen, dass wir das zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Marktlage geändert haben sollte (und das wird sie irgendwann), rückgängig machen werden. Als kleinen Ausgleich haben wir den E-Book-Preis von EUR 8,99 auf EUR 6,99 gesenkt – und dies wird dauerhaft so bleiben.

Fleck, Dirk C., 99NOTES

Raumzeit – eine Lesung

Unsere Autorinnen S. C. Menzel und Corinna Griesbach geben sich die Ehre – das verkündet Thorsten Küper in verschiedenen Foren:

C. Menzel bringt uns in ihrem Roman »Titanrot: Nomaden im All« weit in den Weltraum, während uns Corinna Griesbach in »Das Prinzip der Mittelmäßigkeit« durch die Zeit führt. Was läge da näher, als ihr gemeinsames Programm »Raumzeit« zu nennen?
Die beiden lesen für uns am 29. Januar live aus ihren Büchern. Die Bühnen dafür baut Barlok Barbosa alias Bernhard Bettschen.
Den Ton bekommt man über den Discord-Server der Brennenden Buchstaben: https://discord.gg/P3x79Xw
Die Live-Video-Übertragung findet auf YouTube unter https://www.youtube.de/brennendebuchstaben statt.
Und die URL ins Second Life lautet https://maps.secondlife.com/secondlife/Port%20Genieva/51/108/22

Wer sich vorab über die Texte informieren möchte: Beide Bücher sind lieferbar. Und lesenswert.

Menzel, S. C., TITANROT – Nomaden im All

Griesbach, Corinna, Das Prinzip der Mittelmäßigkeit