Ein Nachfolger

Als im Februar 2018 der Band »99NOTES« erschien, war noch nicht geplant, dass es jemals einen Nachfolgeband geben wird. Aber da Dirk C. Fleck nicht aufhört, sich über die Welt Gedanken zu machen und diese schriftlich niederzulegen, war es gewissermaßen zwangsläufig, dass es irgendwann dazu kommen würde. Der Augenblick ist da – das Buch auch. Damals waren es 99 Texte, diesmal sind es »nur« 66, aber die haben es einmal mehr in sich.

Fleck, Dirk C., THE NOTES 66

Klammheimlich

Manchmal hat man den Eindruck, Tiny Stricker schreibt klammheimlich an der deutschen Geschichte, an einem kleinen Teil freilich, aber immerhin. In den Siebzigerjahren ist er durch die Bücher des Maro Verlags, Augsburg, bekannt geworden, und immer sind seine Bücher autobiografisch angehaucht und immer haben sie Jahrzehnte im Fokus, die bisweilen längst unter dem Schutt der schuldhaften deutschen Geschichte oder den Ereignissen dieser Tage verschüttet scheinen. Sechziger, Siebziger – und die Zeit zwischen dem Ende der Sechziger und dem Anfang der Siebziger ist die Handlungszeit seines neuesten Romanes »London, Pop und neue Liebe«. Und selbst ein Jungspund wie unser Verleger, der als 1959er-Jahrgang die Musik der Handlungszeit des Romanes allenfalls durch den Musikgeschmack seiner Mutter mitbekommen hat, findet Tiny Strickers neues Buch spannend und nicht nur (Musik-) Wissen, sondern auch den Flair der Zeit vermittelnd, der Zeit der beginnenden Siebziger, in der unser Chefchen langsam, aber sicher erwachsen wurde.

Das Buch ist nicht nur ein Schmuckstück für Nostalgiker. Es bildet auf eine Art und Weise, die selten geworden ist. Sehr selten.

Stricker, Tiny, LONDON, POP UND FRÜHE LIEBE

Alles andere als unentschlossen

»Zwischen den Stühlen« zu sitzen bedeutet auch, unentschlossen zu sein. Unser Co-Verleger Kai Beisswenger ist überzeugt davon, dass diese Interpretation auf unseren Imprint nicht zutrifft. Und er hat recht. Er hat auch recht, wenn er voll Stolz verkündet, dass wir inzwischen den vierten Titel »Zwischen den Stühlen« veröffentlicht haben. Und es handelt sich diesmal um eine Mischung aus Satire und Krimi, getreu unserem Imprintmotto, Bücher zu veröffentlichen, die sich nicht auf ein Genre festlegen lassen. Und wir sind uns bewusst, dass das anmutig-amüsante Werk der Katja Kleiber zu Kritik führen wird — seitens der Szeneelemente, die sich heute undeutsch als »woke« bezeichnen und alles aufs Korn nehmen, was sich dazu eignet, aufs Korn genommen zu werden. Aber:

Es ist ein satirischer Bürokrimi. Und Satire darf alles.
Satire überspitzt. Jeder, der mal im Büro gearbeitet hat, weiß, dass Sex(ismus) & Büro zusammengehören.
Wie viele Pärchen haben sich im Büro kennengelernt?
Wie viele Affären entstehen tagein tagaus in den Büros unserer Republik?
Wie oft knistert es im Großraumbüro?
Ständig!
Solche Typen, wie Katja Kleiber sie skizziert, gehören zum Büroalltag. Zwischen dem Alltag und der Welt, wie sie sein sollte, liegen Welten. Katja Kleiber beschreibt überspitzt, wie die Welt ist. Und nicht, wie sie sein sollte.
Letzteres ist auch nicht Aufgabe der Literatur, sondern Aufgabe einer Ethikkommission.

Kleiber, Katja, Ein Controller weniger

Ganz besondere Bücher

Unter Punkt 5 wird auf ohfamoos, einer Website für Umdenker, der »U-Bahn-Reiter« von Tiny Stricker erwähnt. Leider ohne direkten Hinweis auf das Buch, seine Daten, die p.machinery als Verlag. Das kommt vor. Aber immerhin — das Buch wird erwähnt. Und das aus gutem Grund. Wie man dort auch nachlesen kann. — An der Stelle findet man auch einen Audiolink zu einer Lesung aus dem Buch.

Stricker, Tiny, U-BAHN-REITER

 

Die Reise geht weiter

Vor zweieinhalb Monaten hat Herbert W. Franke unsere Welt verlassen. Die Vollendung seiner Werkausgabe in der p.machinery hat er nun nicht mehr erlebt. Aber auch wenn er gegangen ist – sein Werk hat er uns hinterlassen, und unsere Werkausgabe wird ohne Zweifel fortgesetzt. Aktuell erscheinen zwei Titel – und die Reise geht weiter …

Franke, Herbert W., TRANSPLUTO

Franke, Herbert W., KEINE SPUR VON LEBEN …

 

Ein Abend mit Aiki Mira

So betitelt der Otherland Bookshop (Bergmannstr. 25, 10961 Berlin) die Lesung mit Aiki Mira, die am 30.09. u. a. aus »Titans Kinder« vortragen wird. Auf Otherlands Website kann man lesen:

Aiki Mira hat mit Titans Kinder bei p.machinery ihren ersten SFRoman veröffentlicht, mit dem sie die sogleich die Phantastik Bestenliste erobert hat.
Wir freuen uns uns ihr bei Leseausschnitten aus Titans Kinder und aus ihrem neuen Buch bei Polarise, Neongrau, zu lauschen und mit ihr zu plaudern.
Der Eintritt ist wie immer im Otherland kostenlos, bitte meldet euch kurz per Mail bei uns an service(at)otherland-berlin.de

Los geht es um 19:30!

Wer noch interessierte Berliner kennt: Weitersagen!

Mira, Aiki, TITANS KINDER

 

Corinna Griesbach liest SF

Am Samstag, den 24. September liest Corinna Griesbach aus ihrer Kollektion „Alien Love“. Die Second-Life-Bühnenbilder kommen von Barlok Barbosa, alias Bernhard Bettschen.

Griesbach, Corinna, ALIEN LOVE

 

Noch einmal: Kurz und kriminell!

Freitag, 23.09.2022, 18 Uhr, Lesung in Plettenberg-Ohle auf Einladung von Immobilien BS Beßler – geschlossene Veranstaltung.

Udo Weinbörner liest Kurzkrimis in Form von Kurzgeschichten und Erzählungen aus seinem neu erschienenen Auswahlband »Bei Sonnenschein sind wir zurück | Storys aus 40 Jahren«, p.machinery Verlag. Der Autor kündigt die Lesung von spannenden, gruseligen und abgeschlossenen Kriminal- und Justizgeschichten als echte Alternative zum Krimiabend vor dem Fernseher an, wie man sie nicht jeden Tag geboten bekommt. Fragen und Gespräche sind während der Lesung vorgesehen, da eine kurze unterhaltsame Einführung in die Arbeit eines Schriftstellers im Allgemeinen und an der Kurzgeschichte im Besonderen gegeben werden soll. – Geladene Gäste.

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück

 

Der GEDANKENverNETZer: Herbert W. Franke (1927–2022)

Der GEDANKENverNETZer um 1960, 33jährig (Archiv JvS)

Unter diesem Titel hat Jürgen vom Scheidt einen sehr schönen und sehr ausführlichen Nachruf auf unseren kürzlich verstorbenen Herbert W. Franke veröffentlicht. Schwer lesenswert.

Herbert W. Franke, 95jährig, im Mai 2022 bei der Eröffnung seiner Ausstellung »Visionär« in Linz (Foto: Francisco Carolinum)