»Vom seriösesten Hippie zum U-Bahn-Reiter«

Herzliche Einladung zum »Nordöstlichen Divan«

Tiny Stricker liest aus seinem jüngsten Buch und spricht mit dem Literaturkritiker und Publizisten Klaus Hübner

Niemand dachte im März 2020, als die Pandemie unser Kulturleben zum Erliegen brachte, dass wir uns heute noch mit öffentlichen Veranstaltungen schwertun würden. Der verursachte Schaden ist immens. Heute wissen wir, dass es noch lange dauern wird, bis wir ein vollbesetztes Theater oder einen Konzertsaal, eine Lesung mit Hunderten von Zuhörern erleben werden. Umso wichtiger ist es, nicht zu verzagen, sondern nach alternativen Lösungen zu suchen. Ich freue mich sehr, dass ich auf bereits Bewährtes zurückgreifen und meine im vergangenen Sommer schon begonnenen Lesungen im kleinen und »coronasicheren« Format nun fortsetzen kann!Neu

Die Lesung findet am Freitag, 16. Juli 2021, um 19:30 Uhr in der Spilhofstraße 47, 81927 München* statt.
Sowohl auf meiner Terrasse – bei schönem Wetter – als auch im Wohnzimmer unter Einhaltung der Abstandsregeln 10 Personen bequem Platz.
Danach stehen auch mein Gärtlein und weitere Zimmer für Gespräche bei Wein und Knabberzeug zur Verfügung.

Ich freue mich sehr auf Dein / Ihr / Euer Kommen und bitte um verbindliche Anmeldung bis Ende Juni.

Mit herzlichen Grüßen
Esther Leue
0176 5145 6353 oder info@esther-leue.de

* in Oberföhring: Tram 16 / 17 Taimerhofstr., Buslinie 50 Regina-Ullmann-Str. oder S8 Johanneskirchen,
auch Parkplätze sind in der Nähe vorhanden

»… – niemals war U-Bahn-Fahren so aufregend wie bei Tiny Stricker«, schreibt Klaus Hübner auf literaturkritik.de (Februar 2021). Mit dem in der Münchner Maxvorstadt lebenden Tiny Stricker durch die Stadt schlendern, mit seinen Büchern kleine Reisen machen, heißt Neues entdecken und Bekanntes neu sehen – mit seinen, »mit anderen, an der Antike und der Klassik geschulten Augen«. Mitreisende und Passanten, ihre Gesten, Blicke, Stimmungen und Codes werden beobachtet – aufmerksam, mit Empathie, nie voyeuristisch. U-Bahn-Reiter ist eine kurzweilige, nachdenkliche und anregende Roadnovel. »Wer den seriösesten Hippie aller Zeiten aus anderen Büchern kennt – hier lernt er ihn neu kennen«, stellt Hübner fest. Und wer ihn noch nicht kennt, den erwartet in dieser Lesung eine bereichernde Entdeckung!

Der im Schwäbischen geborene Tiny Stricker studierte Anglistik / Amerikanistik und Germanistik und war als Lektor, Lehrer und Leiter verschiedener Auslands-Niederlassungen des Goethe-Instituts tätig. Er ist ein zurückhaltender, bescheidener Mann der leisen Töne, der immer wieder mit seinem enormen Wissen beeindruckt, durch die Vielfalt der Schauplätze seiner Bücher überrascht und mit Details seiner außergewöhnlichen Lebensgeschichte verblüfft. Über all das erfahren wir mehr durch sein Gespräch mit Klaus Hübner. Und natürlich erhalten wir eine Kostprobe aus Tiny Strickers U-Bahn-Reiter.

Tiny Stricker: U-Bahn-Reiter (= Werkausgabe Bd. 11).
Winnert 2020: verlag p.machinery.

Der Literaturkritiker und Publizist Klaus Hübner lebt ebenfalls in München. Er studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft in Erlangen und München und war nach seiner Promotion als DAAD-Lektor an der Universidad de Deusto (Bilbao / Spanien) tätig. Hübner war Alleinredakteur der Zeitschrift Fachdienst Germanistik und Sekretär des Adelbert-von-Chamisso-Preises der Robert Bosch Stiftung. Heute ist er Redakteur der Zeitschrift Literatur in Bayern und – als Mitarbeiter des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) – Redaktionsmitglied der Halbjahresschrift Spiegelungen. Vor kurzem veröffentlichte er eine Auswahl seiner Schriften aus den letzten zwanzig Jahren.

Klaus Hübner: Kein Twitter, kein Facebook.
Von Menschen, Büchern und Bildern, Bände 1–4,
Winnert 2020/2021:  verlag p.machinery.

https://www.pmachinery.de/adr3/khktkfflyer202104.pdf

Die DSFP-2021-Nominierungen sind da

Die Nominierungen zum Deutschen Science-Fiction-Preis 2021 wurden veröffentlicht. Wir sind auch wieder dabei: T. Ellings Story »Die letzte Jungfrau« aus NOVA 29 wurde als »beste deutschsprachige Kurzgeschichte« ebenso nominiert wie Gabriele Behrends Roman »Salzgras und Lavendel« als »bester deutschsprachiger Roman«. Die Konkurrenz ist groß, jetzt gilt es, Daumen zu drücken. Weitere Details: hier.

Behrend, Gabriele, Salzgras & Lavendel

Endlich gibt’s den Franke auf die Ohren

Genau, und zwar den Herbert W. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, wird der Bayerische Rundfunk in seinem 2. Programm (vulgo: Bayern 2) drei Hörspiele des deutschen SF-Altmeisters neu ausstrahlen. Die ersten beiden Termine stehen schon fest (siehe unten); 2022 soll noch ein drittes Hörspiel gesendet werden.
Vor den jeweiligen Sendeterminen werden wir diese Information noch einmal wiederholen.

Niehaus + Schuh: Gewonnen!

Monika Niehaus und Bernd Schuh haben den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis 2021 gewonnen. Der Preis wird vom Freundeskreis zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e. V. alle zwei Jahre für herausragende Übersetzungen von Werken aus wechselnden literarischen Gattungen vergeben. Der Preis ist mit 12000 Euro dotiert.

Auf der Webseite des Vereines ist noch nichts zu lesen, die Information zum Preis der beiden auch in unserem Programm vertretenen Autoren erreichte uns aus in der Regel gut unterrichteten Kreisen. Details folgen.

Und wir gratulieren! Von Herzen!

Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis

Skandal ohne Sperrbezirk

Nein, ein echter Skandal ist das Buch nicht. Aber Apple Books hat es beim ersten Band der »Greedy«-Trilogie, bei »ARKADIA«, tatsächlich geschafft, einen Skandal daraus zu machen, indem man forderte, Titelbild und Innenillustrationen aus dem E-Book zu entfernen. Was wir wiederum abgelehnt haben.
Den zweiten Band, »DARLING«, der nun erschienen ist, werden wir als E-Book bei Apple Books gar nicht erst andienen. Kunden dieses Shops schauen halt in die Röhre, aber damit können wir leben. Und der zweite Band der Trilogie widmet sich auch nicht mehr so intensiv den gesellschaftlichen Besonderheiten Arkadias – das wurde im ersten Band hinreichend erledigt –, sondern konzentriert sich auf die Computerseele eines Raumschiffs, die Darling genannt wird, und auf eine seltsame Krankheit, die sich der sexy Protagonistin Greedy bemächtigt hat.
In gewohnter Manier präsentiert Bernhard Kempen auch im zweiten Teil eine gefällige und durchaus die Fantasie anregende Geschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Kempen, Bernhard, DARLING

Und noch eine Gelegenheit, Tiny Stricker zu hören

Im Literaturradio »Hörbahn on stage« wird man Tiny Stricker am 14.07.2021 ab 18 Uhr hören können – und so die Seuche will, kann man ihn in der Georgenstraße 63 zu München sehen. Es geht vor allem um sein aktuelles Buch »U-Bahn-Reiter« und er wird über die Entstehung des Buches, sich selbst und seine Odyssee sprechen. Weitere Details zur Veranstaltung: hier. Und hier. Weitere Informationen zum Buch: hier. Und zur Werkausgabe insgesamt: hier.

Unnützes Wissen?

Ein Mensch, in der SF gerne als Terraner bezeichnet, baut eine Bruchlandung auf einem Planeten, deren sehr menschenähnliche Lebewesen eine mittelalterliche Kultur aufgebaut haben und pflegen. Alles, was man sich vorstellen kann, ist da: monarchistische Strukturen, Waffen sind Schwerter, Lanzen, Pfeil und Bogen, es gibt kein Schwarzpulver und damit keine Schusswaffen, es gibt vieles nicht, das Adriaan, der Protagonist, kennt – oder auch nicht kennt, jedenfalls nicht als Fachmann, sondern eher als mit einigermaßen guter Allgemeinbildung gesegneter Praktiker.
Zu seinem Glück – wie man’s nimmt – wird er von den Eingeborenen nicht massakriert, sondern integriert und schließlich zum Zef’ihl befördert, eine Art Chefwissenschaftler. Und er steht nun vor der Herausforderung, sein eben nicht ganz vollständiges Wissen zu nutzen, um dem Volksstamm, der ihn aufgenommen hat, behilflich zu sein, denn es gilt, den Angriff eines Reitervolkes zurückzuschlagen. Nicht einfach, wenn man vieles weiß, aber alles nicht so ganz genau, wenn immer wieder Details fehlen. Und natürlich die vorhandenen Strukturen manche Dinge zur Herausforderung machen, die in seiner Zivilisation selbstverständlich waren.
Und dann sind da auch noch seine Terraner, die hinter ihm her sind …

Packend – und oft fragt man sich, wie es einem selbst in so einer Situation ginge. Wüsste ich eine Armbrust zu konstruieren? Welche Ingredenzien brauche ich für Sprengstoff – und wo finde ich sie? Und viele Fragen mehr …

Bohn, Dieter, Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel

Vorposten für Kurzgeschichten

Kurzgeschichten haben auf dem deutschen Buchmarkt einen schweren Stand, nicht nur in der Science-Fiction. Niemand mag sie, niemand liest sie, niemand kauft Kurzgeschichtensammlungen und Anthologien. Für uns ein Grund mehr, dem Markt den publizierenden Stinkefinger zu zeigen und nach dem Motto »Jetzt erst recht« einen Schwerpunkt auf Kurzgeschichten in jeder Form zu legen. Und es finden sich immer wieder gerade hier echte Perlen.

Gerd Frey ist für uns kein Unbekannter gewesen, als er uns seine Storysammlung »OUTPOST« angeboten hat, die mit dem Untertitel »Dunkle Sonne 2« auf die erste Sammlung hinweist, die Anfang der Zweitausender bei Shayol erschienen ist (und im Übrigen auch bei uns in Kürze neu aufgelegt werden wird). Seine Geschichten, die in den Jahren 2009 bis 2015 erstmals in unterschiedlichen Anthologien veröffentlicht wurden, sind kleine Schmuckstückchen, »Träumchen« würde Horst Lichter sie nennen, deren Lektüre im klassischen Sinne als »erbaulich« einzustufen ist. Im Kampf gegen den drohenden Untergang der deutschen SF-Kurzgeschichte ist »OUTPOST« auf jeden Fall ein echter Vorposten.

P.S.: Zwei der Geschichten sind älter, wurden 1990 und 1991 in »Alien Contact« veröffentlicht; sie finden sich noch einmal in dieser Sammlung, weil der 2013 veröffentlichte dritte Teil des »Abfallverkäufer« verdient hat, vollständig gelesen und verstanden zu werden.

Frey, Gerd, OUTPOST, Dunkle Sonne 2