Auf dem Weg zum SF-Preis 2023

Aiki Mira ist kein Neuling in unserem Verlag, und ihr erster Roman in unserem Programm wurde uns von ihr selbst angetragen. Und gemeinsam mit dem Lektor Kai Beisswenger ist es gelungen – das Romanwerk, das 2023 mindestens auf den einschlägigen Nominierungslisten der ebenso einschlägigen SF-Preise (also vorrangig der Deutsche Science-Fiction-Preis [DSFP] und der Kurd-Laßwitz-Preis [KLP]) auftauchen sollte. Immerhin hat Aiki Mira mit gleich drei Kurzgeschichten 2022 schon mal ordentlich vorgelegt – und dabei mit »Utopie27« gleich beide Preise für die beste Kurzgeschichte abgeräumt. Dass wir uns das nicht entgehen lassen wollten, war keine Berechnung – aber war seinerzeit eine gute Entscheidung.

Mira, Aiki, TITANS KINDER

Nicht zu vergessen: KLP 2022

Die Gewinner sind längst bekannt. Gewonnen hat die p.machinery bzw. ihre Autoren diesmal nicht, aber immerhin haben wir zwei zweite Plätze gemacht. Man kann auch nicht immer nur gewinnen, letztlich gilt auch die Devise: »Dabei sein ist alles!« Und wir waren dabei — und freuen uns vor allem über den zweiten Platz von Hans Jürgen Kugler [»Von Zeit zu Zeit« (AndroSF 115)] beim besten Roman und den von Michael Tinnefeld und Uli Bendick bei der besten Grafik [für ihr Titelbild zu »Diagnose F« (AndroSF 138)]. In der Tabelle aller Preisträger und Platzierten sind unsere fünf Platzierungen der Einfachheit halber farblich hervorgehoben. Und der Herr Verleger hat sich zum Thema auch ausgelassen: hier.

Der dritte Stuhl

Unser dritter Stuhl ist aufgestellt. »Zwischen den Stühlen« präsentiert ein weiteres außergewöhnliches Buch. Schön aussagekräftig ist der Klappentext:

Willi van Hengel hat einen Entdeckungsroman verfasst, in dem das Ich nur anhand einer neuen Sprache zu sich findet. Nennen wir diese Sprache »neo-romantisch«. Sein Werk ist zeitlos – die Handlung könnte heute, vor zweihundert Jahren oder in zweihundert Jahren spielen. Gleichwohl ist das Thema des Romans hochaktuell, geht es doch um das, was seit Ewigkeiten die Menschen berührt: das Erleben tiefer Gefühle sowie das Leiden an einer unausgesprochenen und von daher gequälten Seele.

Wir betrachten Willi van Hengel als Wortzauberer, als Sprachmagier — und sein Werk gibt ihm recht.

van Hengel, Willi, DIEUDEDET oder Sowas wie eine Schneeflocke

Neuer Anschlag

Focke & Frambach … Fast könnte man es sich als Markennamen registrieren lassen. Das schreibfleißige Pärchen mit intensiver Verbindung zur Phantastischen Bibliothek Wetzlar hat erneut vorgelegt – einen neuerlichen Anschlag auf die Lesewut deutschsprachiger Fans kurzer Geschichten. Und diesmal basiert das Gemeinschaftsprojekt auf einer Idee, die Sabine Frambach schon unter dem Titel »Türen« als Band 41 der Phantastischen Miniaturen der Bibliothek veröffentlicht hat, in diesem Buch erweitert um thematisch gleich gelagerte Storys ihres Schreibpartners Kai Focke. Herausgekommen ist eine Sammlung von – sic! – Türen, Toren und Portalen in mannigfaltiger Ausprägung. Kleine, knackige Geschichten, nicht immer ganz so winzig wie die Kürzestgeschichten in den Miniaturen – es finden sich doch glatt ein paar Geschichten, die mehr als zwei Seiten lang sind –, aber immer mit mehr oder minder heftigem Augenzwinkern geschrieben und formuliert.

Frambach, Sabine & Focke, Kai, TÜREN, TORE & PORTALE

Endlich vorbei: das Warten; sehr gut: das Ergebnis!

Ein sehr gutes Jahr hat es gedauert, bis die neue Ausgabe der GEGEN-UNENDLICH-Anthologie erschienen ist. Inzwischen ist als Herausgeber nur Andreas Fieberg übrig geblieben, und der hat die Zeit genutzt, um sehr gute Storys zu finden und zusammenzustellen. Die kleine, aber feine Sammlung kann nicht nur mit noch recht unbekannten Namen aufwarten, sondern präsentiert auch die Großen, die in der Szene sittsam bekannt sind. Mit ihren Storys sind Gabriele Behrend, Julian Bodenstein, Maike Braun, Andreas Fieberg, Mario Keszner, Alexander Krist, Karsten Lorenz, Holger Neuhaus, Annika Mirjam Pas, Uwe Post, Scipio Rodenbücher, Kornelia Schmid, Marcel Schmutzler, J. H. Schneider, Johann Seidl, Achim Stößer und Liliana Wilding vertreten, und Miguel Melro krönt das Ganze mit einem zauberhaften Titelbild.

Fieberg, Andreas (Hrsg.), GEGEN UNENDLICH 17

Und hier ist euer Termin!

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Gabriele Behrend liest live aus »Das Dorf am Grunde des Sees«

Gabriele wird live, online und virtuell im Bühnenbild von Barlok Barbosa ihren Roman »Das Dorf am Grunde des Sees« vorstellen. Eine fabelhafte Gelegenheit, das wunderbare Buch einer großartigen Schriftstellerin kennenzulernen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees

 

Letzte Amtshandlung: Weisser ist raus

Die Hintergrundgeschichte ist nicht schön, gehört im Detail aber nicht hierher. Die|QR|Edition ist seit Anfang Januar 2022 Geschichte. Heute morgen wurden sämtliche Weisser-Titel im Programm der p.machinery, die über Booklooker auf dem Markt verfügbar gemacht wurden, ausgelistet. Das bedeutet, dass sie in Kürze als Neuwaren über Anbieter wie Amazon & Co. nicht mehr verfügbar sein werden. Die noch existierenden Restbestände:

sind – solange der Vorrat reicht – beim Verlag oder bei Booklooker zu bekommen: hier.

Wer direkt beim Verlag oder über Booklooker bestellt, bekommt ab sofort – bis 30.06.2022 – 20 % Rabatt auf die unter »Angebot« in obiger Liste genannten Preise. Wer alle Titel bestellt, wird mit 40 % honoriert. (Bei eventuellen PayPal-Zahlungen wird die Differenz zu den Buchladenpreisen auf gleichem Wege zurückerstattet.)

Wiederkehr eines Klassikers

2002 endete eine Ära – »DAEDALOS – Story Reader für Phantastik« wurde eingestellt. Die Ausgabe 12 war die Letzte, die erschien. 2003 verstarb der Schöpfer und langjährige Motor des damals noch als Fanzine erscheinenden Werkes: Hubert Katzmarz. Aber man hätte es ahnen können …

Gemeinsam mit Ellen Norten erschienen zwei Storybände mit Werken von Hubert Katzmarz: »Alptraumhaft« und »Schattenspiel«. Und Ende 2018 gab es eine Art »Best of« mit Kurzgeschichten aus den ersten dreizehn – es gab eine Nullnummer – Bänden: Unter dem Titel »DAEDALOS 1994–2002« fand eine »literarische Reise durch den ›Story Reader für Phantastik‹« statt; das limitierte Hardcover verdampfte förmlich und vom Paperback sind inzwischen nur noch wenige Exemplare vorhanden (es wird sich zeigen, ob wir nachdrucken lassen).

Eigentlich war klar, dass es irgendwann zu einer Neuauflage des Klassikers kommen musste. Nicht nur wegen dem »Best of«, nicht nur wegen der Idee, die alten Bände in einem »Folianten« (Arbeitsbezeichnung) neu aufzulegen, auch grundsätzlich fand sich irgendwann das neue Herausgebergespann zusammen – und nun ist es so weit: Mit »DAEDALOS 13« wird der Klassiker fortgeführt. (Und ja, auch der »Foliant« wird noch erscheinen.)

Michael Siefener, Ellen Norten & Andreas Fieberg (Hrsg.), DAEDALOS 13