Der DSFP mal anders

2020 ist ein Jahr der Veränderungen. Nichts ist, wie es war. Auch der Deutsche Science-Fiction-Preis 2020 präsentiert sich anders. Und da p.machinery nicht nur NOVA verlegt, sondern mit der Ausgabe 28 auch den Kurzgeschichtenpreis 2020 für Tom Turtschis Story »Don’t Be Evil« eingeheimst hat, erlauben wir uns, hier das Verleihungsvideo als Ersatz der sonst live stattfindenden DSFP-Preisverleihung zu präsentieren. Mit Laudatiolesung. Und Videobeitrag von Tom höchstselbst. Sehenswert.

Schwester, Bruder oder Kind?

Über die Familienverhältnisse zwischen p.machinery und dem SF-Magazin NOVA machen wir uns freilich keine Gedanken – wozu auch? NOVA ist ein p.machinery-Baby, und nur weil NOVA eine eigene Website hat, heißt das nicht, dass wir nicht drüber schreiben, wenn eine neue Ausgabe erschienen ist. Wie es nun der Fall ist. Details zur Ausgabe 29 finden sich hier. Oder wer nicht weiterklicken mag, kann auch hier gleich weiterlesen:

Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
NOVA Science-Fiction
Ausgabe 29
p.machinery, Winnert, August 2020, 220 Seiten, Paperback
ISSN 1864 2829
ISBN 978 3 95765 205 8 – EUR 16,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 885 2 – EUR 8,49 (DE)

Die Storys, wie immer vom Feinsten:
* Tino Falke: Im Bärental
* T. Elling: Die letzte Jungfrau
* Tom Turtschi: Die Pinocchio-Abteilung
* J. A. Hagen: Das Ebenbild
* Moritz Greenman: Spiegelzeit
* Uwe Post: … und mir wird nichts mangeln
* Frank Hebben: Am letzten Tag
* Norbert Stöbe: Expedition 13b/Regalis
* Peter Stohl: Keine Maßnahmen erforderlich
* Martin Wambsganß: Geifer

Mit einer Gaststory aus Kanada von
* Louis B. Shalako: Anna

Der Sekundärteil mit dem Schwerpunkt Simulationshypothese:
* Thomas A. Sieber: Die ultimative Verschwörungshypothese
* Erfan Kasraie: Science-Fiction, philosophische Hypothese oder Bullshit? Eine philosophische Untersuchung der Simulationshypothese
* Fabian Vogt: Die beste aller Simulationen. Ein theologischer Streifzug durch die Möglichkeit der Wirklichkeit
* Wolfgang Mörth: Die Gummiwelt-Illusion

Mit Nachrufen auf:
* Karl Smith: Erinnerung an Syd Mead 1933–2019
* Cory Doctorow: RIP Mike Resnick

sowie einem Vorwort vom Verleger, einem Geständnis des Grafikredakteurs, einem Titelbild von Lothar Bauer und Illustrationen von Gerd Frey, Christian Günther, Detlef Klewer, Victoria Sack, Christine Schlicht, Si-yü Steuber und Michael Wittmann.

Immer mehr verlassene Orte

Sebastian Schwarz ist ein Fotograf, dessen Spezialität verlassene Orte, sogenannte »Lost Places« sind (ein Begriff auch für Menschen, die peu à peu die Fähigkeit zur Bewältigung der deutschen Sprache verlieren). »Verlassene Orte«, das war bei p.machinery vor langer Zeit schon ein Thema (hier). Damals war es die Reaktion auf eine Ausgabe des HALLER, als er noch nicht zu p.machinery gehörte. Zahlreiche Storys fanden im HALLER keinen Platz und so entstand das erste Buch zu »verlassenen Orten«. Es entwickelte sich zu einem Verkaufsschlager, obwohl Sebastians Fotos seinerzeit nur hochkant und nur schwarz-weiß präsentiert wurden.

Das neue Buch mit dem Titel »DIE ZUKUNFT und andere verlassene Orte« (»Die Zukunft« ist Titel einer der enthaltenen Storys) ist der erste Teil eines Duos. Das Buch ist diesmal querformatig, um die nun farbigen Fotos von Sebastian richtig zur Geltung kommen zu lassen. Die Geschichten, die eingereicht wurden und die Gnade der Herausgeberin Corinna Griesbach fanden, waren so zahlreich, dass die Entscheidung für zwei Bände fiel. »DIE ZUKUNFT …« hat immerhin 292 Seiten Umfang. Die Geschichten haben nicht nur, aber häufig fantastischen Einschlag, sie werden auch Fantastik-Fans erfreuen.

Details zum Buch und vor allem ein Inhaltsverzeichnis finden sich hier.

Und leider ist zu vermelden, dass das Buch bereits Opfer von Büchermördern geworden ist; der Herr Verleger entlarvte hier.

Und nein, wir veröffentlichen die einzelnen Fotos nicht hier, nicht bei Facebook – da sowieso nicht mehr –, nicht bei Instagram, pinterest, Tinder oder MySpace. Nirgendwo. Wer die Fotos sehen möchte, der kaufe sich ein Buch. Wer auf Fotos »verlassener Orte« steht, der kaufe sich zwei Bücher, entpuppe sich als Büchermörder und verschönere sein Heim mit den Fotos in ansprechenden Bilderrahmen.

KDP und die Meerschweinchensteuer

Der Verlag p.machinery hat bis zum 19. Mai 2019 mit kindle | direct publishing, kurz KDP, dem Print-on-Demand-Ableger von Amazon aktiv zusammengearbeitet. An diesem Tag wurde das letzte Buch – Tiny Strickers »Spieler im Park« – direkt bei KDP eingestellt. Danach wurde die Zusammenarbeit mit KDP seitens p.machinery beendet. Die Gründe für dieses Ende sind vielfältig und werden vielleicht einmal Gegenstand einer eigenständigen Veröffentlichung sein; man wird sehen.
Aktuell sind 136 Titel verfügbar, die KDP druckt und die über Amazon gekauft werden können. Man erkennt sie daran, dass Sie wie Bücher anderer Verlage erscheinen, die mit Barsortimentern arbeiten oder direkt über Amazon liefern lassen. Im Unterschied dazu gibt es p.machinery-Bücher, die nur über den Marketplace mit Aufschlag zu erhalten sind; dabei handelt es sich in der Regel um Hardcover oder besondere Formate, die KDP nicht herstellen kann. Oder will.
Diese 136 Titel werden morgen, am 30.06.2020 so weit aus dem KDP-System entfernt, dass sie über KDP und damit über Amazon nicht mehr in der gewohnten Weise verfügbar sein werden.

Der Grund ist das, was Amazon/KDP immer gemacht hat und immer macht. Es ist nur das maßgeblich, was Amazon/KDP sagt, es ist nur das richtig, was Amazon/KDP behauptet. Daraus resultiert, dass p.machinery ab 01.07. gegen die gesetzlichen Grundlagen der Preisbindung verstoßen wird, denn Amazon/KDP geht von Nettopreisen aus und schlägt der Einfachheit halber die im jeweiligen Land übliche Mehrwertsteuer auf. Das ist schön und Zeichen professioneller Faulheit.
Die Folge für p.machinery ist, dass die im VLB verzeichneten und damit gebundenen Preise, die auch auf den Buchrückseiten aufgedruckt sind, bei Amazon nicht mehr angeboten werden. Das Buch für EUR 14,90 kostet bei Amazon dann EUR 14,52 – und damit liegt ein Verstoß gegen das Buchpreisbindungsgesetz vor.
Die Alternativen für p.machinery sind, einerseits die Nettopreise für 136 Titel händisch anzupassen und andererseits, die Gelegenheit zu nutzen und die direkte Geschäftsbeziehung mit Amazon vollständig zu beenden.
p.machinery hat sich für die letzte Variante entschieden, nicht zuletzt wegen der während der Jahre bis zum Mai 2019 mit KDP gemachten Erfahrungen in deren Umgang mit Thematiken der Buchproduktion und deren Umgang mit Kunden, der vor allem von Klugscheißerei, Ameisenfickerei und ehrenrührigen Unterstellungen (Stichwort: Urheberrecht) geprägt war.

Selbstverständlich sind die Bücher nach wie vor verfügbar: im Buchhandel und beim Verlag. Und sie werden auch wieder bei Amazon auf gewohnte Weise verfügbar sein, wenn die Titel peu à peu – es wird halt eine Weile dauern – über den aktuellen Partner Bookwire auch wieder für Print-on-Demand-Angebote verfügbar gemacht worden sind.
Bis dahin hoffen wir auf Verständnis seitens unserer Kunden.

P.S.: Ganz sicher wird die Frage auftauchen, warum p.machinery-Bücher angesichts der Mehrwertsteuersenkung von 7 auf 5 Prozent nicht günstiger werden. Es gibt gute Gründe dafür, und bevor das Rad neu erfunden wird, dürfen wir auf den Beitrag des Kollegen Robert S. Plaul vom Carpathia-Verlag verweisen, den man unter diesem Link nachlesen kann.

KLP als Quell der Freude

Die Nominierungen für den KLP 2020 sind raus: http://www.kurd-lasswitz-preis.de/2020/KLP_2020.htm.
3x NOVA mit Kurzgeschichten. 1x p.machinery mit einer Kurzgeschichte aus „Gegen Unendlich 15“ – und das Titelbild ist auch nominiert.
Und nicht nur das erfreut: Udo Klotz, Treuhänder des KLP schrieb, dass p.machinery auf der Longlist (203 Einträge in 8 Kategorien) 17 Mal mit Erzählungen und Covergrafiken vertreten war.

Lesungen zum HALLER 16 »Wahre Kunst«

Corinna Griesbach, Herausgeberin der Literaturzeitschrift HALLER, präsentiert am 20. und 21.09.2019 Bilder von Kai Savelsberg und Texte von Regina Schleheck, Rolf Polander, Nele Sickel, Karl-Johann Müller, Andreas Heindl und wiederum Kai Savelsberg aus der Ausgabe 16 des HALLER, der unter dem Titel »Wahre Kunst« erschienen ist. Die Autoren lesen selbst.
Die Lesungen finden jeweils ab 19 Uhr in der Galerie MON ART in der Eschbachstr. 21-25, 52156 Monschau, statt. Der Eintritt ist frei.