»Vernetzt«, Nachlese II

  • Schon am Heiligabend 2021 hat unsere Autorin Marianne Labisch eine kleine Abrechnung der Adventskalenderaktion mit ihrem Romanerstling »Vernetzt« gemacht. Zur Erinnerung: Vom 01. bis 24.12. gab es den Roman in verschiedenen Bruchstücken auf verschiedenen Internetseiten zum Herunterladen. Die eine oder andere Komplikation – um eine solche geht es ja auch im Roman – gab es auch, aber im Großen und Ganzen war die Aktion ein Erfolg.
  • Die Autorin schickte uns auch eine Liste der Links, die wir hier allerdings nicht mehr veröffentlichen werden, weil die Partner nur versprochen hatten, die Romanbruchstücke bis zum 26.12. online zu halten.
  • Sie selbst hat auf ihrem WordPress-Auftritt 109 Downloads derjenigen Dateien verzeichnet, die sie selbst dort eingestellt hatte. Insgesamt wurden die Themenbeiträge 680 mal aufgerufen.
  • Bei LinkedIn, wo sie die Beitragsveröffentlichungen auch verkündete, verzeichnete sie 1062 Aufrufe.
  • Die Downloadzahlen der Partner waren nicht zu eruieren. Einige von ihnen wussten (und wissen wohl) gar nicht, wie sie an die entsprechenden Zahlen kommen sollten.
  • Vom 24. bis 26.12. wurde das E-Book auch gratis angeboten. Bei Amazon stand das E-Book in der 0,00-Euro-Kategorie unter den Krimithrillern auf Rang 2. Bei den Neuveröffentlichungen (unabhängig vom Genre) war es immerhin auch der Rang 30.

Interessant war auch die Nennung vergleichbarer Autoren: Adler Olson und Karen Black. »Wenn das irgendeine Aussagekraft hätte«, meinte Marianne, »wäre ich in der Topliga angekommen ;-)«

Labisch, Marianne, VERNETZT

Unsere Art

Das ist unsere Art, einem großen Mann der deutschen Science-Fiction und Fantastik zum 80. Geburtstag zu gratulieren: Franz Rottensteiner feiert heute seinen Jubiläumstag. Und nicht nur wir Herausgeber — sondern auch eine illustre Liste von Freunden und Weggefährten, als da wären: Ulrich Blode, Dieter Braeg, Karl-Ulrich Burgdorf, Robert M. Christ, Helmut Ehls, Rainer Eisfeld, Kai Focke, Herbert W. Franke & Susanne Päch, Thomas Franke, Fritz Heidorn, Christian Hoffmann, Udo Klotz, Hans Jürgen Kugler, Marianne Labisch, Hans Langsteiner, Thomas Le Blanc, Helmuth W. Mommers, Monika Niehaus, Znarf Renietsnettor, Alexander Röder, Rainer Schorm, Jürgen vom Scheidt, Dieter von Reeken, Karla Weigand und Alfred Vejchar.

Lieber Franz, wir wünschen dir für die Zukunft Glück und Gesundheit — und dass du den kritischen Blick auf die Dinge unserer Literatur nie verlieren mögest.

Haitel, Michael & Weigand, Jörg (Hrsg.), GESPIEGELTE FANTASIE

Unterhaltsame Anziehung von Problemen

Judith Madera hat auf literatopia.de (genau: hier) S. C. Menzels Roman »Titanrot« rezensiert. Und zwar so:

Die Menschheit hat das Sonnensystem besiedelt, Städte auf anderen Planeten und Monden und zahlreiche Habitate dazwischen errichtet. Kapitän Glenn und seine Mannschaft leben als Nomaden im All und verdienen sich das Geld für ihre Atemluft mit mehr oder weniger legalen Jobs. Dieses Mal sollen sie einen Wissenschaftler aus einem streng bewachten Geheimlabor entführen. Der Auftrag endet in einem Desaster und Glenn ist auf die Hilfe der künstlichen Intelligenz Raka angewiesen, um den Schlamassel wieder in Ordnung zu bringen. Raka nutzt die Notlage der Nomaden aus und brockt ihnen einen Auftrag ein, der sich als weitaus gefährlicher entpuppt als befürchtet …

In »Titanrot – Nomaden im All« haben künstliche Intelligenzen einen zweifelhaften Ruf. Natürlich nutzen alle intelligente Computersysteme, aber einer starken, selbstständig denkenden und handelnden KI geht man besser aus dem Weg. Erschaffer solcher KIs werden gar als Feinde der Menschheit eingestuft, was Chan jedoch nicht davon abhält, illegal eine KI zu erwerben und weiterzuentwickeln. Er arbeitet auf einem Kolonistenschiff als Wissenschaftler und seine KI Titanrot entwickelt sich viel schneller als erhofft. Bald kann er ihre Anwesenheit auf dem Schiff nicht mehr verstecken. Tänzerin Kara interessiert sich dagegen einzig dafür, endlich ein Engagement zu erhalten. Leider passieren ihr beim Vortanzen immer wieder Missgeschicke. Als sie wieder einmal stürzt, begräbt sie beinahe ihre Hoffnungen – doch wider Erwarten erhält sie eine neue Chance.
S. C. Menzel erzählt in drei ganz unterschiedlichen Handlungssträngen, die zunächst nicht viel miteinander zu tun haben. Nach und nach erkennt man jedoch Verbindungen zwischen verschiedenen Ereignissen und es gelingt der Autorin, ein stimmiges Gesamtbild zu zeichnen, das so manche Überraschung bietet. Dabei findet man sich am schnellsten auf der »Sonnenwind« zurecht, denn das Schiff, das Glenn und seiner Nomaden-Crew als Zuhause dient, erinnert an die »Serenity« aus »Firefly«. Hier wird gearbeitet, gestritten und gelacht, wobei es keine künstliche Schwerkraft auf der »Sonnenwind« gibt. Die Nomaden sind das Leben im All so gewohnt, dass es ihnen schwer fällt, sich auf Habitaten oder gar Planeten mit Schwerkraft zu bewegen.
Es gibt auch keinen Überlichtantrieb, sodass Reisen innerhalb unseres Sonnensystem immer noch relativ lange dauern. Um die Kräfte, die während Beschleunigungsphasen auf die Körper wirken, abzumildern, gibt es spezielle Tanks, die mit einem gelartigen Medium gefüllt sind. Das Leben im All stellt viele Herausforderungen an die Nomaden, die sie mit Einfallsreichtum und Anpassungsfähigkeit angehen. Für sie zählt vor allem Freiheit, sie ist alle Unannehmlichkeiten und auch eine gewisse kriminelle Energie wert. Neben Glenn gehören die Navigatorin Lena und Mechaniker Tian zu den wichtigsten Charakteren. Sie streiten sich besonders gern, wobei sie im Verlauf der Handlung nach und nach mehr Verständnis füreinander entwickeln. Programmiererin Nance und vor allen Funker Dan bleiben dagegen zu blass, was schade ist, da die »Sonnenwind«-Crew ohnehin nur aus fünf Menschen besteht.
Chan gehört zu den eher unsympathischen Figuren, da er anderen Menschen wenig Respekt entgegenbringt. Er ist stark auf »seine« KI Titanrot fokussiert, merkt dabei allerdings lange nicht, wie diese seiner Führung entgleitet. Titanrot ist neugierig und langweilt sich unheimlich schnell – und er überwindet seine Beschränkungen mit erschreckender Leichtigkeit. Als Titelfigur spielt er lange nur eine Nebenrolle, erst in der zweiten Romanhälfte bestimmt er die Handlung mit. In »Titanrot – Nomaden im All« gibt es vor allem zwei Typen von KIs: die, die außer Kontrolle geraten und die Menschheit vernichten wollen, und die, die neugierig auf die Menschen sind und mit ihnen zusammenleben wollen. Dabei greift S. C. Menzel zu oft auf SF-Klischees zurück, auch bei den Antagonisten, die teils übertrieben widerlich sind.
Insgesamt hätte man sich von vielem etwas mehr gewünscht. Mehr Einblicke in die Struktur des Sol-Systems, das beim Lesen eigenartig fremd erscheint, da kaum größere Planeten oder bekannte Monde genannt werden, an denen man sich orientieren könnte. Vor allem von Glenn und seiner Crew hätte man gerne mehr erfahren, sie schlittern ziemlich schnell von einem Fiasko zum nächsten und es bleibt kaum Zeit für gemeinsame Momente, die die den Charakteren Tiefe verleihen. Das Worldbuilding ist spannend, es fehlt ihm aber an Feinschliff und an kleinen, entscheidenden Details. Das Cover stammt übrigens von der Autorin selbst, ebenso die farbigen Innenillustrationen, die das Taschenbuch aufwerten.

Fazit
»Titanrot – Nomaden im All« ist eine unterhaltsame Space Opera mit kriminellen Helden, die Probleme regelrecht anziehen. S. C. Menzel ist es gelungen, drei sehr unterschiedliche Handlungsstränge zu einem sinnvollen Ganzen zu verknüpfen und dabei eine ausgewogene Mischung aus Humor, Drama und Action zu bieten.

Pro und Contra
+ sympathische Gauner-Crew
+ unterhaltsame Space Opera mit Überraschungen
+ auf der »Sonnenwind« wird gearbeitet, gelacht und gezankt
+ interessante technische Details
+ gute Mischung aus Humor und Action
+ farbige Illustrationen der Autorin werten das Buch auf
– von fünf Crewmitgliedern lernt man nur drei richtig kennen
– überwiegend blasse Nebencharaktere
– dem Worldbuilding mangelt es an Details

Wertung: 3.5 Sterne
Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Und interviewt wurde die Autoren auch: hier.

Menzel, S. C., TITANROT – Nomaden im All

 

Nun sitzen wir zwischen den Stühlen

Nach einer ganzen Reihe klammheimlicher Andeutungen und winziger Hinweise — nicht nur auf unserer Website — sind wir gemeinsam mit unserem Partner Kai Beisswenger höchsterfreut, unseren ersten Titel präsentieren zu können. Ray Müller, unser Premierenautor, ist kein Unbekannter: Der Filmemacher dürfte vor allem im Zusammenhang mit seinem Dokumentarfilm »Die Macht der Bilder: Leni Riefenstahl« bekannt geworden sein und immer noch bekannt sein. Sein Buch »Odyssee eines Unvernünftigen« haben wir genau genommen Rainer Erler zu verdanken, der den Kontakt hergestellt hat. Und natürlich verdanken wir es dem Autor, mit dem vor allem Kai Beisswenger intensiv an der nun zur Veröffentlichung gelangenden endgültigen Version gearbeitet hat.

Ja, wir sind stolz auf dieses Buch. Es passt hervorragend zu unseren Vorstellungen, was gute Bücher ausmacht. Und ebenso zu unserem Konzept, Literatur »zwischen den Stühlen«, zwischen den Genres, den literarischen Schubladen zu präsentieren. Literatur, die für verschiedenste Vorlieben geeignet sind. Die »Odyssee« hat autobiografischen Charakter und schildert den Weg eines Menschen zu den großen Fragen des Lebens …

Müller, Ray, Odyssee eines Unvernünftigen

Unser Anteil an Ostfriesland

Da schreibt uns Dieter Rieken:

Am Fischteichweg in Aurich liegt die Bibliothek der »Ostfriesischen Landschaft«. Seit 1746 nimmt sie die Aufgaben einer ostfriesischen Regionalbibliothek wahr. Ihr Bestand reicht bis um das Jahr 1600 zurück.
Zufällig habe ich heute entdeckt, dass mein Roman »Land unter« seit vergangenem Jahr zum Bestand der Landschaftsbibliothek gehört und dort auch ausgeliehen werden kann. (Ausleihbar natürlich nur so lange, bis das passiert, was ich in »Land unter« beschrieben habe.)

Bei Interesse hier der Link zur Webseite der Bibliothek:
https://www.ostfriesischelandschaft.de/4.html

Rieken, Dieter, LAND UNTER

Und wieder tanzt das Alien

Diesmal ist es kein spezieller Tanz, sondern vielmehr ein spezieller Ort: das Schlaraffenland. Herausgeberin Ellen Norten hat — mit Verlegerunterstützung — unterstellt, dass, wer fleißig tanzt, irgendwann auch etwas zu sich nehmen muss, um Energie für weitere Tänze nachzuladen. Und so ist die neue »Alien tanzt«-Anthologie eine Zusammenstellung mit Rezepten, Fressorgien und lukullischen Ritualen geworden, die sich einmal mehr durchaus erfolgreich bemüht, das menschliche Amüsementorgan in beste Laune zu versetzen,. Zweiundzwanzig Mahlzeiten sind es geworden, und einmal mehr hat Lothar Bauer das Menü mit einem Titelbild und Illustrationen gewürzt.

Norten, Ellen (Hrsg.), Das Alien tanzt im Schlaraffenland