Einer deutschen Legende zum Hundertsten

»Unser Walter« … Über die Odyssee, die dieses Buch hinter sich gebracht hat, könnte man sicherlich noch mehr schreiben. Voraussetzung dafür wären mehr Details. Oder ein vollständigerer Schriftverkehr von Wolfgang Thadewald mit dem einen oder anderen Beteiligten. Das alles ist eigentlich nicht nötig, und so hat sich der Herr Verleger in seinen »Vorbemerkungen« kurz gefasst:

Einige Worte zur Historie dieses Buches sind sicherlich angebracht, nicht zuletzt wegen eines Teils der Texte, die sich auf den Tod Walter Ernstings im Jahre 2005 beinahe in Form eines Nachrufes beziehen, jedenfalls aber Erinnerungen – sic! – darstellen.
Im März 2013 schrieb mir Wolfgang Thadewald erstmals von seinem Buch, das auf einer Idee von Jörg Weigand basierte und ursprünglich mit dem EDFC realisiert werden sollte. Jörg Weigand beendete seine Arbeit nicht, bat Wolfgang, weiterzumachen. 2010 gab es ein Angebot von Kurt Kobler vom TCE, das Buch umzusetzen, sodass Wolfgang seine Arbeiten beendete und die Materialien 2011 ablieferte.
Und wieder verging Zeit. Es liegt ein Fanzineentwurf – Wolfgang Thadewald hatte sich ursprünglich ein Fanzine vorgestellt – des TCE mit einem Vorwort aus dem Jahre 2013 vor. Das Fanzine wurde so offensichtlich nicht realisiert. Ein Teil des Materials erschien im TCE-Fanzine »Paradise«, in der Ausgabe 89, wie Wolfgang Thadewald mir schrieb.
Letztendlich übernahm ich von Wolfgang die Aufgabe, das Buch zu erstellen. Ich suchte und fand in Ulrich Blode einen (Co-) Herausgeber, der das Material noch einmal sichtete, ordnete und in Form brachte.
Und während Ulrich seine Arbeit machte, starb Wolfgang Thadewald am 1. Dezember 2014.
Und wieder verging Zeit. Viel Zeit. Anfang 2015 war Ulrich Blode fertig – und ich wusste nicht so recht, wie ich das Buch realisieren sollte. Irgendwie schien mir der Boden unter den Füßen zu fehlen.

Dass das Buch nun doch erscheint, ist Kurt Kobler zu verdanken, der mich darauf hinwies, dass Walter Ernsting am 13.06.2020 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Ein guter Grund, endlich durchzustarten – auch wenn der Geburtstag als Erscheinungstermin so nicht mehr zu realisieren ist. Aber der Juni 2020 sollte machbar sein …

Und in der Tat ist es so. Das Buch wird in den nächsten Tagen als Print (PoD) und E-Book über die üblichen Internetverdächtigen zu bekommen sein. Die p.machinery-Druckauflage dauert ein paar Tage länger; wir rechnen mit zwei Wochen von heute an.

Menschenrecht Wasser

Die Idee zum Buch basiert eigentlich nur auf einem Musikstück: dem Chicks-on-Speed-Remix von Malarias »Kaltes klares Wasser«:

Das allein reicht kaum aus, ein Buch zu rechtfertigen. Beim Thema Wasser gibt es jedoch einen Hintergrund, der das Thema zu einem dankbaren Ansatz macht: Wasser als Menschenrecht, richtiger: der Zugriff auf Wasser als Menschenrecht. Eine Problematik, die sich weltweit stellt, nicht nur in Dritte-Welt-Ländern, wo das Problem durch grundsätzliche Verfügbarkeit, aber auch durch schlicht und ergreifend widersinnige Privatisierung der sowieso eingeschränkten Vorkommen besonders deutlich hervortritt, nein, auch in den sogenannten »westlichen Zivilisationen« – hier bei uns: die EU – ist Wasser heute noch eine Selbstverständlichkeit: Wasser trinken, mit Wasser waschen und duschen, Wasser im Garten, Wasser verschwenden … – ist das Thema Wasser und dessen Verfügbarkeit zunehmend akut. Und der Tenor der Geschichten in diesem Buch hat nicht nur etwas mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasser der Welt zu tun – ganz im Gegenteil.

Es war eine Empfehlung

Genau das war es. Eine Empfehlung von René Moreau, einem der EXODUS-Macher. Der empfahl einen Roman mit dem seltsam anmutenden Titel »Fonpo«, von einem Autor namens Heribert Kurth, den René bestens kennt. Also die altbekannte Schiene mit »jemandem, der jemanden kennt, der jemanden kennt« …

Ganz so ist es natürlich nicht. Renés Empfehlung war selbstverständlich ernst gemeint, und Heribert Kurth, der Autor, erwies sich als ungeduldig geduldig. Er hielt Kontakt, machte aber keinen Stress. Und er bekam, was er verdiente: sein Buch.

Die Geschichte fällt eindeutig aus dem Rahmen. Es ist keine Actionstory, es ist keine Space Opera, Military SF sowieso nicht, nichts dergleichen. Es ist im Grunde nicht mehr und nicht weniger als das, was der Klappentext andeutet: die Menschheitsgeschichte. Und ihre Hintergründe. Der Plot hat einen deutlich erkennbaren philosophischen Anteil, und wenn der nicht für sich alleine wirkt, dann könnte er eine ganze Reihe von Ansatzpunkten für weitere Romane – gerne auch von anderen Autoren – liefern. Eine Entwicklung, die wir beobachten werden.

Für den Augenblick zählt für uns aber vor allem, dass wir mit »Unter den Sternen von Tha« ein außergewöhnliches Buch eines geheimnisvollen Autors* präsentieren dürfen.

* Wir wissen seinen Namen und seine E-Mail-Adresse, seine Postanschrift – und mehr auch nicht. Er findet, sein Roman stünde im Mittelpunkt – nicht er. Auch eine Sichtweise. Die wir natürlich honorieren.

Das Jahr des STORY CENTER (Part I)

Ewigkeiten. Solche sind bei manchen STORY-CENTER-Anthologien vergangen. Aber 2020 wird das Jahr des STORY CENTER. Versprochen.

Den Anfang macht »NUMMERN«, ein STORY CENTER, das bereits 2012 (!) ausgeschrieben wurde – vor mehr als acht Jahren. Damals gab es noch die Idee, jedes Jahr ein STORY CENTER herauszubringen, aber das wurde schnell aufgegeben. Und so dauerte es … und dauerte …
Schließlich nahmen sich Marianne Labisch und Galax Acheronian – beide auch mit eigenen Geschichten vertreten – der Sache an, und dann lag es nur noch am Verleger. Herausgekommen sind acht Geschichten – darunter zwei Werke, die umfangreicher ausgefallen sind –, deren Autoren durchaus erfolgreich versucht haben, die Aufgabenstellung der Ausschreibung zu bewältigen. Und einfach war das nicht, denn es ging um nicht weniger als 1, 9, 11, 20, 300 und 2020. Unter der langen Zeit haben die Geschichten jedenfalls nicht gelitten – und acht Autoren haben gezeigt, dass man auch mit ausgefallenen Herausforderungen fertig werden kann.

Knapp verpasst – und doch getroffen

2019 wäre das bessere Jahr für die Veröffentlichung dieser Anthologie gewesen. Das Erscheinungsjahr von Orwells »1984« war 1949, es wären also siebzig Jahre gewesen. Und das Handlungsjahr 1984 wäre fünfunddreißig, nicht sechsunddreißig Jahre her gewesen. Trotzdem behaupten wir am Anfang des Buches, wie eine Widmung formuliert, 2020 sei ein guter Zeitpunkt für die Veröffentlichung.

Gut. 35, 36, 70, 71. Wir haben da was Nettes verspielt. Aus Zeitgründen, wie immer. Aber in dem Buch geht es auch nicht um nette Dinge, es finden sich keine netten Geschichten, es gibt keine Happy Ends (oder haben wir eines übersehen), aber doch immer noch ein Fünkchen Hoffnung. Denn es gilt, den Anfängen zu wehren – und das bezieht sich bei Weitem nicht nur und vor allem nicht auf Rechtspopulisten und Nazis, aber durchaus auf Formen von Faschismus, die wir teilweise noch gar nicht realisieren.

1984 ist real. Es war 1984 real, in dem Jahr, als alle Orwells Roman feierten. Es ist 2019 so real, wie es 2020 auch der Fall ist. 1984 ist immerdar – und wir sind immer gefordert, uns dagegen zu wehren.

»ZWEITAUSENDVIERUNDACHTZIG« ist Science-Fiction. Hoffentlich. Möglicherweise. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Und noch ein Nachzüglerchen

Der in Deutschland berühmte, bekannte, gefeierte und gewürdigte (nein, das ist kein Sarkasmus) TRPM, der Thomas »Reine Phantasie« Mielke, ist am 12. März dieses Jahres 80 Jahre alt geworden. Rainer Schorm und Jörg Weigand, die solche Jubiläen auf der Uhr haben, haben rechtzeitig begonnen, das Geburtstagsbuch zusammenzustellen, und wir hatten die Ehre, es zu veröffentlichen. Rechtzeitig. Am 11.03.2020 wurde das Buch auf Bookwire freigeschaltet, nachdem der Schaltungsdienst Lange das Werk in gewohnter Qualität zur Verfügung gestellt hat. Thomas hat das Werk am Frühstückstisch seines Geburtstages in Empfang genommen und war, wie man hörte (und sehen konnte), sehr erfreut.

Und auch, wenn der Geburtstag selbst rum ist: Thomas R. P. Mielke ist noch bis zum 11.03.2021 achtzig Jahre alt …

Details zum Buch: hier.

Unverschuldete Verspätung

Die drei Varianten des Titels »Coming Home« von Tetiana Trofusha erschienen nominell schon am 01. Februar 2020 – und erst in diesen Tagen können wir vollständigen Vollzug der Veröffentlichung vermelden – so zum Beispiel an diesem Orte.
Die Gründe für die Verzögerungen sind vielfältig, aber allesamt nicht tragisch. Sieht man vielleicht davon aus, dass Bookwire – unser Print-on-demand-Partner, den wir neben dem Schaltungsdienst Lange als Partner nutzen (so z. B. für E-Books und Hörbücher) – meinte, seinen PoD-Bereich im März umfangreich überarbeiten, dabei selbst Verzögerungen bewältigen zu müssen und am Ende ein Ergebnis abzuliefern, das an Mehrarbeit (gegenüber dem vorherigen Modell) absolut nichts zu wünschen übrig lässt.

Aber wie auch immer: »Coming Home«, die zweifach nominierte Geschichte Tetiana Trofushas, ist nun in einer deutschen, einer englischen und einer zweisprachigen Variante zu bekommen. Damit ist das Buch unsere erste fremdsprachige Veröffentlichung, gleichzeitig die erste Übersetzung (wenn auch vom Deutschen ins Englische, nicht umgekehrt) – und grundsätzlich schimmert im Hintergrund, ganz weit da hinten, kurz vor dem Ende des Lichts … Ja, da ist noch so ein Projekt …

Fast ein Jahr

Im April 2019 erschien der bislang letzte Band unserer SF-Werkausgabe Herbert W. Franke: »Sirius Transit«. Eine wirkliche Erklärung für die Verzögerung gibt es nicht. Es mag mit dem Umzug des Verlages von Bayern nach Schleswig-Holstein ebenso zusammenhängen wie mit gesundheitlichen Aspekten auf Verlegers Seite. Aber eine wirklich schlüssige Erklärung gibt es wohl nicht.

Dennoch ist die Werkausgabe nicht beendet, und so ist in diesen Tagen endlich der 13. Band der Werkausgabe unter dem Titel »Schule für Übermenschen« erschienen. Aufmachung und Ausstattung ist die gewohnte, und so gibt es zu diesem Band, der auf dem Drehbuch für eine niemals hergestellte Filmserie basiert, nicht viel zu bemerken. Außer vielleicht, dass hier nicht nur das bereits bekannte, weil veröffentlichte Romanwerk vorzufinden ist, sondern auch das Drehbuch zur dritten Folge von »Im Auftrag von ICARUS« enthalten ist: »Schule für Übermenschen«.

Aufgeschoben ist schon gar nicht aufgehoben

Das Buch sollte zur Jubiläumsveranstaltung erscheinen, zum Fünfzehnjährigen des Vereins microTEC Südwest e.V. Wir waren pünktlich – aber die Veranstaltung musste verschoben werden. Unser Buch ist trotzdem zu haben, und die wundervollen Geschichten von durchaus texterfahrenen, aber literarisch jungfräulichen Autoren, geschickt und gefühlvoll lektoriert einer gewohnt versierten Marianne Labisch, korrigiert von einem wie üblich pedantischen Verleger, diese Geschichten wirken auch ohne die Veranstaltung. Die Mikrosystemtechnik bietet heute schon viele Dinge, die in der Science-Fiction gang und gäbe sind, immer wieder auftauchen und gerne auch weitergedacht werden. Mikrosystemtechniker wären es zum Beispiel, die an der Entwicklung und Entstehung von Cyborgs arbeiten würden.

Aber lasst euch überraschen. Die Sammlung fällt aus dem Rahmen und kann sich sehen lassen. Versprochen.