Immer wieder gerne

Rainer Erler hat für den deutschen Science-Fiction-Film möglicherweise eine ähnliche Bedeutung, wie Herbert W. Franke sie für die deutsche SF-Kurzgeschichte und die deutsche SF insgesamt hat. Wer Erlers Filmwerk nicht kennt, kennt vielleicht seine Bücher – obwohl die umgekehrte Reihenfolge wahrscheinlicher sein dürfte. Mit seinem »Blauen Palais« hat Erler das Subgenre des Science-Thriller begründet, und seine Filme und Bücher gelten heute als »prophetisch«.
Es ist uns eine große Freude, von ihm höchstpersönlich die Erlaubnis erhalten zu haben, seine fantastischen Bücher neu aufzulegen, und wir haben uns für den ersten Band für »Das Blaue Palais« entschieden.

Erler, Rainer, DAS BLAUE PALAIS

Kritik ohne Amazon

Arno von Rosen hat über Frank Gerigks »Gesetztheiten« geschrieben:

»Science-Fiction-Geschichten habe ich schon Tausende gelesen, ob ganze Reihen oder nur Kurzgeschichten, schon in Kindertagen. Die Aussicht auf ferne und vor allem fremde Welten hat mich schon immer fasziniert. Leider schrieb niemand mehr Geschichten wie Asimov, Heinlein oder A. E. van Vogt, doch nun habe ich zu meinem Glück jemanden gefunden, der es wirklich geschafft hat, mich wieder in die alten Zeiten zurück zu versetzen und zwar im modernen Stil, mit all den guten Zutaten, welche einen Träumen lassen von der Zukunft oder einem Angstschauer über den Rücken laufen lassen: Frank. G. Gerigk hat eine großartige Sammlung von Kurzgeschichten auf den Markt gebracht und mich immer mit einem Twist in jeder Geschichte abgeholt. Wäre ich Kritiker würde ich so etwas schreiben wie, »Seine neologistischen Worte mäandern durch die Topografie der Zeit«, aber zum Glück bin ich Leser. Eine feine Recherche zu wirklich jedem Thema, ohne dabei den Lehrer raushängen zu lassen, gefiel mir sehr gut, denn so kommen einem die Stories wirklich lebensnah vor, nur eine handbreit davon entfernt, sich dorthin zu wünschen! »Gesetztheiten« ist ein absolutes MUSS für jeden Sci-Fi Fan.«

Aus unerfindlichen Gründen konnte die Rezi bei Amazon, wo sie veröffentlicht werden sollte, nicht gespeichert werden. Nun gut — Amazon ist doof, wir sind es nicht :)

Gerigk, Frank G., GESETZTHEITEN

Keine Finsternis

Eine Blackbox (Dudenschreibweise :) heißt Blackbox, weil sie innen schwarz ist. Oder so. Norbert Stöbes zweiter Roman in unserem Programm – nach »Kleiner Drache« (AndroSF 121) – indes ist innen nicht schwarz, sondern klassisch schwarz auf weiß gedruckt. Und nicht nur deshalb sehr lesbar. Denn die Geschichte um John Nowak, der unter nie ganz aufgeklärten Umständen lange nach seinem physischen Tod und einer Raumreise aus in einem Aktenkoffer eingesperrtem Bewusstsein wie als Mensch – mit allem Drum und Dran – auf der Erde landet, ist nicht nur feinste Science-Fiction, sondern weist auch leichte Thriller- und eindeutige Mysteryelemente auf, eine Mischung, die zumindest uns als mit der Buchproduktion Beschäftigte schwer in ihrhttps://www.pmachinery.de/androsf5/androSF184cover500.jpgen Bann gezogen hat.

Stöbe, Norbert, BLACK BOX

Qualität für alle Zeiten

Werner Zilligs »Die Parzelle« wird im kommenden Jahr vierzig Jahre alt. Aber es gibt nicht wenige Dinge, die durch ihr Alter nicht verlieren, eher noch gewinnen. Und Zilligs Utopie ist durchaus nicht veraltet, ganz im Gegenteil. Die zahlreichen direkten und indirekten politischen und gesellschaftlichen Bezüge sind mitunter aktueller denn je. Und gemeinsam mit einer schriftstellerischen Güte, die zeitlos gut ist, hat uns die Idee, diesen Roman neu aufzulegen, ohne große Schwierigkeiten überzeugt. Zumal der Roman, wie er nun – nach 1984 (bei Goldmann) und 1985 (im Bertelsmann Club) – vorliegt, nicht ganz der alte Roman ist, sondern eine 2021 überarbeitete Fassung, über deren Unterschiedsmerkmale der Autor selbst in einem Nachwort informiert. Für uns ist das Buch ein wichtiges Stück deutscher Science-Fiction und utopischer Literatur.

Zillig, Werner, DIE PARZELLE

[DSFP 2023] Die Nominierungen

Völlig unerwartet mailt uns Yvonne Tunnat, die unermüdliche Rezensionsnerdista :), gestern abend, dass drei Werke aus unserem Verlagsprogramm für den Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) 2023 nominiert worden sind, als da wären im Bereich »Beste deutschsprachige Kurzgeschichte«

  • »Fast Forward« von C. M. Dyrnberg, erschienen in »Nova 31«, p.machinery, ISBN-13 978-3-95765-270-6, ISSN 1864-2829
  • »Briefe an eine imaginäre Frau« von Michael K. Iwoleit, erschienen in »Nova 31«, p.machinery, ISBN-13 978-3-95765-270-6, ISSN 1864-2829

und beim »Besten deutschsprachigen Roman«

  • »Titans Kinder« von Aiki Mira, p.machinery, 195 Seiten, ISBN 978-3-95765-294-4

wobei die Romannominierung fast schon als erwartbar eingestuft werden darf.

Wir freuen uns natürlich sehr — für unsere Autoren und den Verlag, und drücken nun im Geiste die Daumen für die Preisvergabe. Die Preise werden auf dem BuCon am 21.10.2023 vergeben.

DSFP 2023: Die Nominierungen

 

[Fotostrecke:] Focke, Schneidewind und die Volksbad-Lesung

Die beiden haben gelesen – es wurde berichtet (siehe vorherigen Beitrag): Kai Focke (links, ohne Bart) und Friedhelm Schneidewind (rechts, mit Bart <g>). Die Bilder hat Friedhelm eingeschickt. Zum Einstieg der Büchertisch:







Die Links zu den Büchern finden sich im vorherigen Beitrag. Und erwerben kann man sie am einfachsten in unserem Buchladen.

Focke und Schneidewind und Mannheim

Kai Focke hat diese Einladung zu einer gemeinsamen Lesung mit Friedhelm Schneidewind geschickt:

Er hat in einer Begleitmail noch zwei Hinweise angefügt:
Da die Parksituation vor Ort erfahrungsgemäß angespannt ist, empfiehlt sich die Anfahrt mit dem ÖPNV (Haltestelle: Mannheim Neumarkt, RNV-Linie 2).
Getränke bitte selbst mitbringen — es wird vor Ort kein Catering geben.

Frambach, Sabine & Focke, Kai (Hrsg.), STAUBKORNFEE TRIFFT ICH-MASCHINE

Frambach, Sabine & Focke, Kai, TÜREN, TORE & PORTALE

Schneidewind, Friedhelm, BRENNENDE LABYRINTHE

 

Herbert W. Franke im Kunstraum München

15. Juni – 23. Juli
Ausstellungsbeteiligung Studio Stadt
Kunstraum München

Zum fünfzigjährigen Jubiläum des Kunstraum München von der Stiftung Kunstfonds der Stadt München wird die Serie Grün als Digitalfilm gezeigt. Die Computerbilder wurden bereits 1974 in den Forschungslabors von Siemens von einem Bildschirm eines damals gänzlich neuartigen Computersystems abfotografiert, das erstmals digitale Bildauswertung für die medizinische Diagnose einsetzte. Als Ausgangsbildmotive dienten jedoch keine Röntgenaufnahmen, sondern eingescannte Bilder unterschiedlicher Lochkarten, die anschließend mit der digitalen Bildverarbeitung weiter verfremdet wurden. Die mit dieser Fotoserie entstandenen Dias hat Franke für ein Doppelprojektorsystem von Kodak in weicher Überblendung konzipiert, die mit dieser Präsentationsform einen pseudodynamischen Effekt bekam. Der in der Ausstellung Studio Stadt gezeigte Film ist eine 2016 von Susanne Päch produzierte digital produzierte Simulation der historischen Dia-Überblendungsserie.

Frankes »Serie Grün« (1974)



AndroSF – die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke

 

Das Astropoeticon in München

16. Juni 2023
Astropoeticon – Weltraumlyrik im Planetarium
Volkssternwarte München

Herbert W. Franke: Astropoeticon (1979/2021)

Das Astropoeticon basiert auf einem utopischen Lyrikzyklus von Herbert W. Franke. Die 16 minimalistisch-assoziativen Gedichte entstanden 1979 für ein Buch mit Bildern des Weltraum-Malers Andreas Nottebohm und wurden inzwischen im Band Der Kristallplanet der Werkausgabe von Frankes utopischen Schriften neu aufgelegt. 2007 las der Autor die Gedichte ein, noch vor seinem Tod setzte Susanne Päch von HYPERRAUM.TV den Zyklus multimedial in einen assoziativ-virtuellen Erlebnisraum um – unterlegt mit den melancholisch-düsteren Klängen der elektronischen Soundkünstler Bersarin und Subheim.


AndroSF – die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke

 

Franke covert Franke

Thomas Frankes (Buchgestalter) Holzstichcollagen für die Gestaltung der Science-Fiction-Werkausgabe des Herbert W. Franke (Schriftsteller)

Herbert W. Franke (1927–2022) war einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren deutscher Sprache und einer der verkanntesten. Seine Beschäftigung mit Computergrafik und Computerkunst schon in den frühen 70er-Jahren, als an die heutige Verbreitung der kleinen Maschinen noch nicht zu denken war, verhalf ihm sein Sinn für das Unerwartete, Erstaunliche und Wunderbare dazu, die Möglichkeiten technischer Entwicklungen auszuloten und in realutopische Geschichten zu übersetzen.
»Die Räume des Handelns und Erlebens, die mit moderner Technik auf der Basis der Naturwissenschaft erschlossen werden, sind weitaus fantastischer als alle Hexen, Monster und Zauberer aus der Märchen- und Sagenwelt.«
Der Verlag p.machinery gibt seit ein paar Jahren die Gesamtausgabe der Werke Herbert W. Frankes heraus.
Thomas Franke, weder verwandt noch verschwägert, hat die Buchcover entworfen. Mit seinen unverwechselbaren Holzstichen präsentiert er seine Interpretation der Geschichten seines Namensvetters.

Die Ausstellung ist seit 20. April 2023 in unserer Buchhandlung zu sehen. Sie endet am 23. August 2023 mit einer Werkpräsentation Herbert W. Franke.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Das Team der Altstadtbuchhandlung
Hartmut Löschcke

Altstadtbuchhandlung Büchergilde
Inh.: Hartmut Löschcke
Breite Str. 47
53111 Bonn
0228-63 67 50