Die Macht einer Frau

Man denkt ja gerne, dass Frauen erst etwa ab Anfang des 20. Jahrhunderts mehr und mehr Macht gewinnen konnten – aber das ist ein Irrtum. Klar, es gibt große und bekannte Namen, die Kaiser und Könige an der Kandare hatten. Aber es gibt auch Namen, die eher unbekannt sind – und vor allem Rollen spielten, die manch einer nicht für möglich halten wollte. Und will. So mag so mancher überzeugte Katholik möglicherweise bezweifeln, dass Päpste früherer Jahrhunderte sich Mätressen hielten …
Und doch war es so. Und das waren nicht etwa Mädchen und Frauen, die nicht anders konnten, als sich dem Willen des Mächtigen zu beugen, sondern durchaus auch Frauen, die selbst über Macht und Einfluss verfügten.

Eine solche Frau war Mathilde von Tuszien, auch bekannt als Mathilde von Canossa. Und Karla Weigand, gewieft und geübt im Verfassen historischer Romane, beschreibt das Leben dieser Mathilde in aller gebotenen Ausführlichkeit – und vermittelt dabei gleichzeitig Fakten über gleich drei Päpste, deren Geliebte sie war.
Das Buch basiert auf Tatsachen – die sich übrigens leicht recherchieren lassen – und vermittelt dem interessierten Leser Wissen über die Zeit der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung. Damit ist der Roman nicht nur ein belletristisches Werk, sondern durchaus auch als Sachbuch brauchbar.

Weigand, Karla, MATHILDE. Markgräfin von Tuszien, Herrin von Canossa, Geliebte dreier Päpste

Musik, fantastisch

Jörg Weigand ist natürlich nicht der Erfinder des Themas Musik in der SF. Aber gerade im Bereich der Science-Fiction und möglicherweise der Fantastik insgesamt sind die Kurzgeschichtenwerke mit diesem Thema eher selten. Umso schöner war die Gelegenheit für uns, diese Sammlung aufzulegen zu dürfen. Jörg Weigand ist selbst durchaus auch vom Fach. Er arbeitet als Komponist – vor Kurzem haben wir mit »Traumtage« 21 Lieder nach Texten von Rainer Maria Rilke aufgelegt – und wurde in der SF-Szene durch seine »Weltraummusik« bekannt, die zusammen mit Gedichten von Herbert W. Franke als CD unter dem Titel »Astropoeticon« erschien, ein Werk, das auch an anderen Orten multimediale Erfolge feiern konnte.
»Von der Entstehung des weltweiten Klassikers ›Stille Nacht‹ über die Sphärenklänge des Saturn bis zur von Kirchenglocken eingeläuteten Interpretation von Beethoven-Kompositionen reicht die Themenbreite dieser Geschichtensammlung«, heißt es im Klappentext. Und manch ein Motiv seiner Geschichten könnte sich mitunter als Keim eines größeren Werkes eignen …

Weigand, Jörg, MUSICA FANTASTICA

Universen aus Stoff

Die Erklärung des Titels im Buch zu finden, ist nicht ganz einfach – und das ist auch gut so. Denn die Geschichte hat es in sich.
Storys zu den Theorien des Multiversums sind nicht selten. Es gibt da einige schöne Beispiele. Ralph Alexander Neumüllers »Stoffuniversum« erweitert das Spektrum solcher mit einer besonderen, diesmal personenbezogenen Geschichte, in der der Protagonist gegen seinen Willen erleben darf, dass unser Universum nicht allein existiert. Nicht die Universen stehen im Mittelpunkt des Romans, sondern der Protagonist, seine Erlebnisse, seine Emotionen. Und es gibt Versuche, den Umgang mit dem Multiversum steuerbar zu machen.
»Das Stoffuniversum« ist Ralph Alexander Neumüllers Debütroman, den wir über einen Agenturkontakt an Land ziehen konnten und der uns ausgesprochen gut gefallen hat.

Neumüller, Ralph Alexander, DAS STOFFUNIVERSUM

Dreizehn: Tiny Strickers Historie der Hippie-Bewegung

Eigentlich ist es geschummelt, denn die Bände 1 bis 4 der »Werkausgabe Tiny Stricker« harren noch der Neuveröffentlichung. Sie sind wohl noch allesamt beim MaroVerlag, Augsburg, bzw. auf dessen üblichen Vertriebskanälen verfügbar, aber es liegt uns die mündliche Erlaubnis des MaroChefs Benno Käsmayr vor, die Bücher im Rahmen der Werkausgabe neu aufzulegen. Wobei wir uns Zeit lassen – es eilt ja nicht.
Denn der Autor Tiny Stricker lebt noch und erfreut sich nach unserer Kenntnis allerbester Gesundheit. Und offensichtlich auch ebensolcher Schreiblust. Denn anders ist nicht zu erklären, dass der am vorderen Ende der Werkausgabe fleißig weiterschreibt. Weshalb wir nun die Erstveröffentlichung seines neuesten Romans mit dem Titel »Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies« als 13. Band der Werkausgabe  verkünden dürfen. Der Roman setzt im Grunde eine kleine Reihe in seinem Werk fort, die sich mit der Historie der Hippiebewegung in Deutschland beschäftigt, und es ist kein Geheimnis, dass diese Romane autobiografischen Charakter haben. Die schon erschienenen Romane »Ein Mercedes für Täbris« (derzeit auch nur bei Maro im Programm; bei uns steht er noch aus) »Unterwegs nach Essaouira« sind die Vorläufer des »Hotel Amir Kabir« – und es darf davon ausgegangen werden, dass da noch ein Buch folgen wird. Vielleicht auch zwei. Oder drei :)

Stricker, Tiny, HOTEL AMIR KABIR

Thomas Franke im Showroom Renée Blume – II

Der Showroom ist in der Lindenstr. 69, 50764 Köln. Einlass ist um 19.00 Uhr, los geht es um 19.30 Uhr:

The Spooky Horror Poetry Showroom
– Am Samstag, den 28. Oktober: »Von Never-Nevers und Zentauren« – aus der bibliophilen Neuausgabe des dystopischen Romans »Die Gelehrtenrepublik« von Arno Schmidt.

»Schmidts anspielungsreiche utopische Satire tarnt sich als Reisebericht eines amerikanischen Reporters aus dem sogenannten ›Hominidenstreifen‹ im Westen der USA, wo es unbekannte Mutanten zu entdecken gibt, die nach einem Atomkrieg entstanden sind. Der Journalist Charles Henry Winer bereist außerdem die Gelehrtenrepublik, eine schwimmende Insel, eigentlich ein Asyl für Künstler und Wissenschaftler, tatsächlich aber ein Schauplatz des Kalten Krieges voller grausiger Überraschungen.« (»Arno Schmidt im Suhrkamp Verlag 2023/24«, Gesamtverzeichnis)

Schmidt, Arno, DIE GELEHRTENREPUBLIK

Fünf Jahre Arbeit

Manchmal glaubt man es nicht mehr

 

Große Freude: Die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke wird zu Ende geführt

In einem zuletzt geführten Telefonat mit der Franke-Erbin Susanne Päch wurde mündlich die Vereinbarung getroffen, die Werkausgabe in der bekannten Form zu Ende zu führen. Gemäß Vereinbarung wird die Werkausgabe incl. aller eventuell noch zu erstellenden Sonderbände (ein oder zwei sind da noch im Fokus) bis Dezember 2024 auf dem Markt verfügbar sein.
Es wird einige Detailveränderungen geben. So wird die »art meets science – Stiftung Herbert W. Franke« (art-meets-science.io) mit von der Partie sein; ob als Co-Verlag oder in welcher anderen Form, wird noch geklärt. Ulrich Blode hat das Herausgeberteam schon zuvor verlassen; Susanne Päch wird als Mitherausgeberin neben Hans Esselborn einsteigen.
Ansonsten bleibt alles beim Alten: Die Titelbilder werden von Thomas Franke stammen. Die Bücher werden als Paperback und Hardcover erscheinen; einzig die E-Books wird die Stiftung übernehmen (aber sie werden natürlich nicht verheimlicht). Und die Bücher sind nach wie vor beim Verlag, im Buchladen (www.booklooker.de/pmachinery) und bei den üblichen Internetverdächtigen (Amazon & Co.) zu bekommen sein; die Reaktivierung der letztgenannten Anbieter wird ein wenig dauern.

Details zur Werkausgabe unter https://www.pmachinery.de/unsere-bucher/androsf-die-werkausgabe-herbert-w-franke.