Dieser Flyer kommt demnächst in Berlin in Umlauf. Initiative des Autors Adrian Urban, Ausführung des Grafikers Hans Rodrian, der auch das Titelbild gestaltet hat.
AndroSF
Fortgang der Erinnerungen
Herbert W. Franke ist von uns gegangen — und manch einer mag Zweifel gehabt haben, aber es darf als sicher angenommen werden, dass wir die »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« zu Ende bringen werden. Dieser Tage geht es bereits weiter:

Selbstverpflichtung
Haus- und Hofverlag einer Schriftstellerin zu sein, birgt eine Verpflichtung in sich. Gabriele Behrend indes ist eine Schriftstellerin, die es einem Verlag wie dem unseren einfach macht, der Verpflichtung nachzukommen, die Ansprüche zu erfüllen, ein guter Partner zu sein. Denn was die Autorin aktuell abliefert, gehört im Bereich Science-Fiction in eine ganz besondere Ecke. Wir würden sie als »Psycho-SF« bezeichnen, vielleicht auch als »psychedelische SF« — oder beides. Der aktuelle Roman jedenfalls steht in einer Tradition, die Gabriele Behrend schon mit »Salzgras & Lavendel« begonnen hat. Einmal mehr geht es »im Schatten der Hydrangea« um eine Geschichte, die mit dem Geist, der Psyche eines Menschen zu tun hat, die sich hier sogar vorrangig im Geist einer Frau, einer wachkomatösen Selbstmörderin abspielt, wo versucht wird, die Patientin zur Rückkehr in die wirkliche Welt zu überzeugen. Und das Vorhaben lässt sich nicht nur wegen der Patientin nicht ganz so einfach umsetzen — da spielen auch die Absichten eines Therapeuten eine große Rolle. — Spannung mit Anspruch und Tiefgang, kurz: Gabriele Behrend.

Reihenweise
Eine gute Buchreihe zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass jeder Band den Käufer und späteren Leser zu fesseln und schon für den nächsten Band zu interessieren weiß, sondern auch dadurch, dass jeder Band gegebenenfalls als eigenständiges Buch zu lesen ist, sodass kein Käufer und Leser sich bemüßigt fühlt, mehr Geld ausgeben zu müssen, als er für nötig und sinnvoll erachtet. Bernhard Kempens sogenannte Greedy-Romane, die erotisch angehauchten und durchwirkten Geschichten aus seinem Xenosys-Universum, erfüllen beide Kriterien gleichermaßen.
Selbstverständlich muss man die eindeutigen Anspielungen in seinen leicht als Erotik-SF einzustufenden Werken mögen — es gibt ja auch unter SF-Fans einen statistisch nachvollziehbaren Hang zur Prüderie –, aber Bernhard Kempen schreibt deutlich feinsinniger als plakativ, und auch wenn wir die Romane vorsichtshalber »ab 18« einstufen (müssen), so sind sie auch durchaus für die heutige Jugend unter 18 Jahren geeignet, ohne einen Verhaltensschaden zu hinterlassen.
Immerhin aber kann man auch den vierten Band seiner Greedy-Xenosys-Romane als eigenständiges Werk lesen. Was aus den Vorgängerbänden von Bedeutung ist, wird hinreichend ausführlich erwähnt; ansonsten kann man sich ganz der aktuellen Handlung widmen, die einmal mehr nicht nur aus zweideutigen Andeutungen besteht, sondern durchaus Stringenz und ordentliche Spannung vorweist.
Sicher ist auf jeden Fall: Bernhard Kempen liefert gute Unterhaltung: spannend, spritzig, amüsant, einfach unterhaltend.

Günstige Gelegenheit
Als Alfred Vejchar, der spätere Herausgeber, mit der Idee eines Buches an uns herantrat, das sich mit der Geschichte und dem Ist-Zustand des österreichischen SF-Fandoms beschäftigen würde, war ohne Frage klar, dass wir dieses Buch verlegen würden — natürlich in der Reihe »AndroSF« und damit »für den SFCD«. Und nicht nur das — die Gelegenheit war günstig, etwas mehr für den SFCD zu tun, und so erwies sich Thomas Recktenwald, derzeitiger Vorsitzender des Science Fiction Club Deutschland (SFCD, www.sfcd.eu) ohne große Diskussionen für die weitergehende Idee offen, das Buch auch als Ausgabe 158 des ANDROMEDA SF MAGAZIN des SFCD zu veröffentlichen. Denn immerhin haben die Österreicher schon immer eine Rolle im SFCD gespielt, und immerhin hat das österreichische SF-Fandom (wie übrigens auch das Fantasy-Fandom, Stichwort FOLLOW) eine deutliche stärkere Verbindung zum deutschen SF-Fandom als zum Beispiel das schweizerische. Was nicht nur an der Zahl der SF-Fans hüben wie drüben liegen dürfte.
Ein Hinweis: SFCD-Mitglieder erhalten dieses Buch als ANDROMEDA SF MAGAZIN 158 im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrages. Österreichische Interessenten können das Buch auch über Alfred Vejchar beziehen, wenn sie möchten.

Fantastische Magie
Ellen Norten ist keine Unbekannte in unserem Programm — ganz im Gegenteil. Aber wenn sie sich nicht gerade mit dem Werk des Hubert Katzmarz beschäftigt oder Kurzgeschichtenanthologien herausgibt, sind Kurzgeschichten auch das Metier ihres eigenen schriftstellerischen Schaffens. Mit »Jamila tanzt!« legt sie ihren ersten Roman in unserem Programm vor — und bei diesem Werk handelt es sich um das zweite Buch, das wir der »magischen Science-Fiction« zuordnen. Aber während Gerd Frey in seinem »Irodis’ Stern« den Leser nett, freundlich und pfleglich behandelt, gönnt sich Ellen Norten nach einem regelrechten Parforceritt durch die magischen Universen einen bösen Tritt in die Kniekehlen desjenigen Lesers, der das Werk für einen 0815-Fantasyroman hält. Aber keine Bange — den Fehler macht man nur einmal …

Labyrinthe mit gutem Ausgang
Programme entwickeln sich. In unserer Reihe »AndroSF« erschienen bereits mehrere Sammlungen von Kürzestgeschichten, die in den verschiedenen Sammlungen der Phantastischen Bibliothek Wetzlar erstveröffentlicht wurden. Das Ganze hat durchaus seinen Sinn. Die Vermarktung der PhB-Publikationen lässt schwer zu wünschen übrig: keine ISBN, kein VLB, keine Anbindung an den Buchhandel, nicht mal ein einigermaßen funktionierender Webshop … Da bleiben die Anthologien mitunter Geheimtipps in der einschlägigen SF-Szene.
Unsere Sammlungen der verschiedenen Autoren decken hier eine Lücke ab, und wenn wir nach den Reaktionen der verschiedenen Autoren gehen, dann ist die Idee und unsere Bereitschaft, diese Kollektionen zu veröffentlichen, eine gute Sache. Überzeugt davon war auch Friedhelm Schneidewind, der derzeit aktuellste Autor, den wir mit seiner Miniaturensammlung unter dem Titel »Brennende Labyrinthe« präsentieren dürfen. Seine Werkstückchen decken eine größere Bandbreite als nur SF ab – und das ist in Ordnung, denn die Miniaturen der Phantastischen Bibliothek tun das auch.

Unscharfe Trennung
Es gibt bekanntermaßen die Behauptung, dass sich Magie und Technologie irgendwann nicht mehr unterscheiden lassen. Die Behauptung hat nicht nur Isaac Asimov als Gesetz postuliert, sondern auch Larry Niven ausgesagt. Und Gerd Freys aktuellen Titel »Irodis’ Stern« als Fantasybuch einzustufen, wäre ein kardinaler Fehler. Denn auch, wenn die Geschichte unseres Autors zweier Kurzgeschichtensammlungen (»Dunkle Sonne«, »Outpost«) und eines Romans (»Der Übergang«) vor Magie nur so wimmelt – die SF-Elemente sind unübersehbar und der eigentliche Knackpunkt des Romans um wahrlich höchst seltsame und fremdartige Ereignisse und Erscheinungen. Am Ende ist es nicht die Magie, die zur Rettung führt, sondern beinharte SF. Magische SF.

Dieter Bohn, sein Zef’ihl und stolze Nerds
Am 25. und 26. März 2023 findet in Trier in der Messeparkhalle die Proud Nerd Convention statt. Autor Dieter Bohn hat sich dort einen eigenen Stand gegönnt und wird auch seinen Roman »Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel« (AndroSF 124; der zweite Zef’ihl ist noch in Vorbereitung) präsentieren. Trier ist nicht für jeden Fan der nächste Weg — wer das Buch trotzdem haben möchte, bekommt es auf den üblichen Wegen bei den bekannten Verdächtigen.




