Fortsetzung naheliegend

Es war klar, dass mit dem »Zef’ihl, der vom Himmel fiel« noch nicht Schluss sein konnte. Dafür war die Geschichte um Adriaan Deneersen, der auf der Flucht auf einem Planeten landete, auf dem menschenähnliche Wesen in einer mittelalterlichen Kultur leben, landete und sich etablieren konnte, zu offensichtlich auf eine Fortsetzung ausgelegt. Nachdem er seine Rolle und seinen Platz gefunden hatte, zog der Alltag ein. Zwei Jahre lang …

Die Fortsetzung ist quasi ein Klassiker. Im ersten Buch ging es darum, die Figur in seinen neuen Kulturkreis zu integrieren, aber schon damals war klar, dass seine Häscher nicht aufgaben (so der Klappentext). Dass ihm dann ganz jemand anderes auf die Spur kam, ist das etwas Unerwartete an der zweiten Geschichte, in der der »Zef’ihl in den Himmel stieg«, nicht ganz freiwillig selbstverständlich. Und wie es sich gehört, nähert sich diese Geschichte ganz im Sinne eines klassischen Plots mit einigen ordentlichen Winkelzügen – vulgo: Wendungen – dem Ende, das der eine Leser erwarten kann, der andere möglicherweise überraschend findet.

Und irgendwo versteckt sich da doch noch ein Cliffhanger, oder?

Bohn, Dieter, DER ZEF’IHL, DER IN DEN HIMMEL STIEG

Wenn’s lange gärt

Die Idee, eine Storysammlung mit Werken von Frank Gerigk zu veröffentlichen, war alt. Ist alt. Uralt. Da gab es eine Zeit lang gleich zwei Unterverzeichnisse mit Kurzgeschichten aus seiner Feder, die jedoch nie zu einem Buch werden wollten. Irgendwann präsentierte er dann eine andere Zusammenstellung, kein Gesamtwerk, sondern ein Best-of, so kann man es bezeichnen. Und auch danach dauerte es noch eine ganze Weile …

Aber irgendwann ist jede Durststrecke durchgestanden, und nachdem Klaus Brandt ein Titelbild nach Vorgaben des Autors präsentieren konnte, gab es keine Ausrede mehr, noch wesentlich länger zu warten. Et voilà:

Gerigk, Frank G., GESETZTHEITEN

Herbert W. Franke auf dem MetropolCon

18.-20. Mai
MetropolCon Berlin
Ausstellung Herbert W. Frankes Phantastische Welten
mit einer Einführung von Dietmar Dath am 18. Mai, 15 Uhr
Silent Green Kulturquartier

Bei der Science Fiction Convention MetropolCon in Berlin ehrt die Community den Wegbereiter der deuttschsprachigen Nachkriegs-Science Fiction Herbert W. Franke mit einer Ausstellung der besonderen Art: mit Bildern seiner utopischen Serie Phantastische Welten sowie Standbildern aus der Z-Galaxy, seiner Metaverse-Galerie, die Franke 2008 auf der 3D-Plattform Active Worlds veröffentlichte. Die Ausstellung der Werke eröffnet der bekannte Autor Dietmar Dath mit einer kurzen Einführung am 18. Mai im 15 Uhr.

Ausstellung: Herbert W. Franke

Frankes Z-Galaxy:

AndroSF – die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke

 

Sechsundneunzig

Wir schreiben den 14. Mai 2023 und heute hätte Herbert W. Franke, SF-Autor und Multitalent in vielen Themenbereichen, seinen 96. Geburtstag gefeiert. Nachdem er unsere Welt verlassen musste, kann er das nicht mehr — aber wir können den Geburtstag feiern und nicht nur seiner gedenken, sondern uns auch an sein Werk erinnern.

Susanne Päch hat eine Liste anstehender Events der »art meets science-Stiftung Herbert W. Franke« veröffentlicht — man kann sie hier nachlesen — und schreibt einleitend:

Herbert W. Franke, 2022 im Alter von 95 Jahren gestorben, war ein Pionier des Brückenschlages von Wissenschaft und Kunst. Der promovierte theoretische Physiker hat seit den fünfziger Jahren als freischaffender Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler ein umfangsreiches Oeuvre geschaffen. Er war Wegbereiter der deutschen Nachkriegs-Science Fiction, gilt weltweit als Pionier der Computerkunst, hat 1952 im Bereich der Höhlenforschung die C14-Methode zur Altersbestimmung entdeckt und in der Folge zahlreiche wichtige wissenschaftliche Beiträge zur Sinter-Datierung und -Chronologie geleistet.

Die p.machinery feiert mit. Nicht nur mit der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke«, sondern heute nachmittag auch mit einem Gläschen alkoholfreiem Sekt. Herbert, wo auch immer du jetzt bist – wir sind in Gedanken bei dir.

AndroSF – die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke

 

Selbstverpflichtung

Haus- und Hofverlag einer Schriftstellerin zu sein, birgt eine Verpflichtung in sich. Gabriele Behrend indes ist eine Schriftstellerin, die es einem Verlag wie dem unseren einfach macht, der Verpflichtung nachzukommen, die Ansprüche zu erfüllen, ein guter Partner zu sein. Denn was die Autorin aktuell abliefert, gehört im Bereich Science-Fiction in eine ganz besondere Ecke. Wir würden sie als »Psycho-SF« bezeichnen, vielleicht auch als »psychedelische SF« — oder beides. Der aktuelle Roman jedenfalls steht in einer Tradition, die Gabriele Behrend schon mit »Salzgras & Lavendel« begonnen hat. Einmal mehr geht es »im Schatten der Hydrangea« um eine Geschichte, die mit dem Geist, der Psyche eines Menschen zu tun hat, die sich hier sogar vorrangig im Geist einer Frau, einer wachkomatösen Selbstmörderin abspielt, wo versucht wird, die Patientin zur Rückkehr in die wirkliche Welt zu überzeugen. Und das Vorhaben lässt sich nicht nur wegen der Patientin nicht ganz so einfach umsetzen — da spielen auch die Absichten eines Therapeuten eine große Rolle. — Spannung mit Anspruch und Tiefgang, kurz: Gabriele Behrend.

Behrend, Gabriele, IM SCHATTEN DER HYDRANGEA

Reihenweise

Eine gute Buchreihe zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass jeder Band den Käufer und späteren Leser zu fesseln und schon für den nächsten Band zu interessieren weiß, sondern auch dadurch, dass jeder Band gegebenenfalls als eigenständiges Buch zu lesen ist, sodass kein Käufer und Leser sich bemüßigt fühlt, mehr Geld ausgeben zu müssen, als er für nötig und sinnvoll erachtet. Bernhard Kempens sogenannte Greedy-Romane, die erotisch angehauchten und durchwirkten Geschichten aus seinem Xenosys-Universum, erfüllen beide Kriterien gleichermaßen.
Selbstverständlich muss man die eindeutigen Anspielungen in seinen leicht als Erotik-SF einzustufenden Werken mögen — es gibt ja auch unter SF-Fans einen statistisch nachvollziehbaren Hang zur Prüderie –, aber Bernhard Kempen schreibt deutlich feinsinniger als plakativ, und auch wenn wir die Romane vorsichtshalber »ab 18« einstufen (müssen), so sind sie auch durchaus für die heutige Jugend unter 18 Jahren geeignet, ohne einen Verhaltensschaden zu hinterlassen.
Immerhin aber kann man auch den vierten Band seiner Greedy-Xenosys-Romane als eigenständiges Werk lesen. Was aus den Vorgängerbänden von Bedeutung ist, wird hinreichend ausführlich erwähnt; ansonsten kann man sich ganz der aktuellen Handlung widmen, die einmal mehr nicht nur aus zweideutigen Andeutungen besteht, sondern durchaus Stringenz und ordentliche Spannung vorweist.
Sicher ist auf jeden Fall: Bernhard Kempen liefert gute Unterhaltung: spannend, spritzig, amüsant, einfach unterhaltend.

Kempen, Bernhard, NEW TERRA

Günstige Gelegenheit

Als Alfred Vejchar, der spätere Herausgeber, mit der Idee eines Buches an uns herantrat, das sich mit der Geschichte und dem Ist-Zustand des österreichischen SF-Fandoms beschäftigen würde, war ohne Frage klar, dass wir dieses Buch verlegen würden — natürlich in der Reihe »AndroSF« und damit »für den SFCD«. Und nicht nur das — die Gelegenheit war günstig, etwas mehr für den SFCD zu tun, und so erwies sich Thomas Recktenwald, derzeitiger Vorsitzender des Science Fiction Club Deutschland (SFCD, www.sfcd.eu) ohne große Diskussionen für die weitergehende Idee offen, das Buch auch als Ausgabe 158 des ANDROMEDA SF MAGAZIN des SFCD zu veröffentlichen. Denn immerhin haben die Österreicher schon immer eine Rolle im SFCD gespielt, und immerhin hat das österreichische SF-Fandom (wie übrigens auch das Fantasy-Fandom, Stichwort FOLLOW) eine deutliche stärkere Verbindung zum deutschen SF-Fandom als zum Beispiel das schweizerische. Was nicht nur an der Zahl der SF-Fans hüben wie drüben liegen dürfte.

Ein Hinweis: SFCD-Mitglieder erhalten dieses Buch als ANDROMEDA SF MAGAZIN 158 im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrages. Österreichische Interessenten können das Buch auch über Alfred Vejchar beziehen, wenn sie möchten.

Vejchar, Alfred (Hrsg.), VON ANDROMEDA BIS UTOPIA