Vermächtnis

Seit einiger Zeit könnte man meinen, Dirk Fleck – inzwischen auch 81 Jahre alt – würde an seinem Vermächtnis arbeiten. Bücher wie »99NOTES« und »THE NOTES 66« (und ein weiterer Band mit 33 Notes ist in Arbeit), in denen zahlreiche seiner Veröffentlichungen vor allem im Internet zusammengefasst wurden, lassen eine solche Vermutung durchaus zu. »Gefleckte Diamanten« nun stellt eine andere Sammlung dar. Hier geht es nicht um die Zusammenfassung vollständiger Artikel, sondern um … Bonmots. So könnte man es bezeichnen. Ausschnitte, Schnipsel, oft nur einzelne Sätze, kurze Absätze, zusammengestellt von Marina Silalahi, beschreiben die Gedankenwelt eines Autors, der in der Szene mit einschlägigen Titeln bekannt wurde, die von der Gemeinschaft der Science-Fiction zugeordnet wurden, obwohl Dirk Fleck selbst ganz anderes im Sinn hatte.
Die »Gefleckten Diamanten« jedenfalls sind in der Tat eine kleine Juwelensammlung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

(Das Buch erscheint als Hardcover, das es jedoch nicht zu kaufen geben wird, sondern von Dirk Fleck an ausgewählte Menschen, Freunde und Weggefährten verschenkt wird. Für den Rest der interessierten Welt gibt es ein Softcover und ein E-Book; beides im Internet und im Buchhandel, nicht jedoch beim Verlag.)

Fleck, Dirk C., GEFLECKTE DIAMANTEN

Stille Wasser

Nein, Hans-Dieter Furrer gehört ganz sicher nicht zu den stillen Wassern in der deutschsprachigen SF – auch wenn Jörg Weigand ihn in seinem Nachwort als einen »Stillen in der literarischen Landschaft der Schweiz« bezeichnet. Denn unter Gesichtspunkten der deutschsprachigen SF kann es aus der Schweiz nur laute und klare Rufe geben, denn die Autoren einschlägiger fantastischer Literatur aus den Bergen im Süden unserer Republik sind … selten … rar … immer bemerkenswert.
Furrer indes ist nicht nur bemerkenswert, weil er Schweizer ist und mit »Die geheimnisvolle Sphinx« sein erstes Buch überhaupt vorlegt, sondern auch, weil seine Storys an Originalität, Ausdrucksschärfe und -klarheit und Wiedererkennbarkeit wenig mehr zu bieten hätten. Furrer ist kein Freund vieler Worte, und das hat es bisweilen schwer in sich – kurz, knackig, erfreulich. So sind seine Kurz- und Kürzestgeschichten, die in diesem Band versammelt sind.
Wir teilen nicht nur diese eine Meinung Jörg Weigands: Furrer ist ein Autor, den man sich merken muss.

Furrer, Hans-Dieter, DIE GEHEIMNISVOLLE SPHINX

Auch wenn’s mal dauert …

… kann eine Rezension erfreuen. Das Fazit von Ralf ›Searge‹ Pappers Rezension ist eindeutig:

Das schmale Büchlein, mit 110 Seiten, ist aufgeteilt in zwölf Kapitel, hat eine angenehme Haptik, genügend großer Schriftgröße und ist locker und flockig zu lesen. Es macht einfach Spaß der Geschichte zu folgen, die durch keine komplizierten Handlungsstränge führt und durch die man sich irgendwie durchkämpfen muss. Das ist wirklich angenehm. Der Preis ist für einen Kleinverlag völlig in Ordnung, wie ich finde. Es war eine schöne kleine Geschichte, die mich einfach nett unterhalten hat. Und das von einer Autorin, von der man ganz andere Sachen gewohnt ist.

Die ganze Rezension findet sich hier.

Schleheck, Regina, DIE WEISSAGUNG DES DRACHEN

 

Schnäppchen für Investophobiker

Es gab anfangs Bedenken, ob Dirk Flecks »Heroes« in der vom Schaltungsdienst Lange gewohnten Hardcoverausstattung nicht zu teuer sei. Diese Bedenken haben inzwischen jede Grundlage verloren, denn das Hardcover geht gut. Nicht nur wegen des Inhalts, ist zu vermuten, der es allerdings am meisten herausreißen dürfte.
Für Angehörige der »Geiz ist geil«-Philosophie gibt es nun ein preisgünstigeres Paperback des Werkes, das allerdings einen Haken hat: »Das Paperback kann nur im Internet oder im stationären Buchhandel bezogen werden, wenn dieser in der Lage ist, über Zeitfracht oder Umbreit zu bestellen. Das Paperback gibt es keinesfalls beim Verlag. Der Verlag empfiehlt die Investition in das deutlich hochwertigere Hardcover.«
So sieht es aus.

Fleck, Dirk C., HEROES

 

»Keinmal langsamer wie irgendwer …«

Die Webseite auxlitera hat sich wenig Zeit gegönnt, Dieter Riekens neue Erzählungssammlung »Zweimal langsamer wie du …« zu präsentieren und — mit Unterstützung des Autos — zu erklären. Der Artikel liest sich geschmeidig und informativ. Und er passt zu der sich auf die Titelstory beziehende Aussage, das Tempo sei gemächlich, der Ton eher ruhig, auf Atmosphäre bedacht. Der Artikel ist nicht reißerisch, und genau das passt. Ganz hervorragend. Wie das Buch selbst.

Klimawandel und neue Welten

Rieken, Dieter,

 

Lang, lang

Ja, lang ist es her, dass der zweite Band der »Welten der SF« erschienen ist, seinerzeit mit Geschichten von Jörg Weigand. Der ursprüngliche Reihenherausgeber Frank Gerigk hat sich umgetan, aber keinen neuen Autor gefunden, der veröffentlichungswürdig und -willig gewesen wäre. Einige renommierte Namen standen auf der Agenda, aber niemand wollte. Gut.
Jörg Weigand hat ihn dann quasi überholt und die Geschichten von Kai Riedemann ins Boot geholt, die im Band 3 der Reihe präsentiert werden. Die Sammlung repräsentiert die Schaffensperiode Riedemanns – incl. seiner ersten Werke. Der Schwerpunkt ist nicht nur SF, es finden sich auch Ausflüge in die Fantastik.
Und die Märchen kommen in einem späteren Buch auch noch zum Zuge … Aber das ist ein anderes Thema …

Weigand, Jörg (Hrsg.), Die Welten des Kai Riedemann