Was man sich gönnen sollte

Yvonne Tunnat nennt sich Rezensionsnerdista und absolviert ein Lesepensum, bei dem man blass wird. Gleichzeitig schreibt sie Rezensionen, die sich nicht auf wenige Sätze und die Wiedergabe des Klappentextes beschränken — ganz im Gegenteil. Ihre Besprechungen sind tief gehend und ausführlich, sie sind allein ein echtes Lesevergnügen. Und sie tun jedem besprochenen Buch wirklich gut.
Erwischt hat es zuletzt Bernhard Kempens »AURA«, den dritten Band der auf dem textilfreien Planeten Arkadia spielenden Reihe um Adrian und Greedy. Die Rezension sollte man sich wirklich gönnen — wie auch das Buch.

Kempen, Bernhard, AURA

 

Der VDS-Infobrief vom 25.04.2022 – mit leichter Verspätung

Nichts geht verloren, auch nicht mit Verspätung: der VDS-Infobrief vom 25.04.2022. Hier nachzulesen. Mit diesem Inhalt:

1. Presseschau
• Algeriens Abkehr vom Französischen
• Sprachliche Niederschläge
• Betonung und Bedeutung
2. Gendersprache
• Gendern an Schweizer Hochschulen in der Kritik
• Alicia Joe bleibt gender-skeptisch
• Gendern in Stellenanzeigen
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Meister statt Master?
4. Kultur
• Taylor Swift auf Latein
• Falsche Fährten
5. Berichte
• Hamburger Plattdeutsch-Tag wieder aufgelegt
• Tag des Buches und des Urheberrechts
• IFB-Verlag im Netz
6. Denglisch
• Hubs in Hamburg
7. Termine

Das Kalenderblatt für Mai

Gerd Frey hat für 2022 einen Kalender geschaffen, mit einer Auswahl der in den letzten zwanzig (!) Jahren entstandenen Illustrationen und Titelbildern verschiedener Publikationen, darunter EXODUS und NOVA. Der Kalender für 2022 wird in DIN A3 (EUR 25,- incl. Versand) und DIN A4 (EUR 15,- incl. Versand) geliefert – solange der Vorrat reicht; die Preise sind Selbstkostenpreise. Bestellen kann man den Kalender bei G.R.I.M.M. ScanPlot & DigiDruck, am besten per E-Mail an gf@grimm-repro.de.

Wir haben vom Künstler die Erlaubnis, das Kalenderblatt für den nächsten Monat zum Download anzubieten. Einfach auf das Kalenderblatt klicken und die angezeigte Grafik im A3-Format abspeichern.

https://www.pmachinery.de/?s=Frey%2C+Gerd

Meisterwerk aus Frauenhand

Gabriele Behrend ist die deutsche SF-Autorin, der wir inzwischen nicht mehr zutrauen, irgendwelchen Mist zu schreiben. Ganz im Gegenteil. Natürlich sind ihre »kleinen Werke«, die weihnachtlich angehauchten Bücher im querformatigen Hardcover (vulgo: »Rosi und die frechen Früchtchen«, »Herr Schluff und der Elch« und die »Na|sen|gno|mo|no|mie«), etwas ganz anders, aber auch die haben ihren besonderen Reit – jedenfalls für Menschen, die genau nach solchen Werken suchen (und ja, wir haben noch Vorrat!).

Nach dem KLP- und DSFP-nominierten »Salzgras & Lavendel« aus dem Jahre 2020 gab es 2021 zwei Storysammlungen (vulgo: »Die Liebesmaschine« und »Humanoid 2.0«, Letzteres eine Neuausgabe einer älteren Sammlung namens »Humanoid«, aufgepumpt mit zwei neuen Storys) gibt es nun ein neues Werk, und wir haben uns einmal mehr entschlossen, das kleine Prachtstück nicht an ignorante SF-Fans zu verballern, sondern in der Reihe »Außer der Reihe« auch den Interessenten anderer Genres zugänglich zu machen.
»Das Dorf am Grunde des Sees« jedenfalls ist eine Geschichte mit einem eindeutigen SF-Element, mit einem leichten Fantasyeinschlag, mit einem winzigen Touch viktorianischen Flairs – und mit einer zauberhaften Story, die einen bis zum Schluss unter Spannung hält, denn auch, wenn man glaubt, frühzeitig zu wissen, wie das alles endet, so ist das Ende dann doch überraschend.

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees

Doch noch mal eine Reihe

Wie sind Serien von SF-Büchern nicht gänzlich abgeneigt, wie man an unserem Programm leicht erkennen kann, aber eigentlich versuchen wir, sie zu vermeiden. Nur bei manchen Manuskriptangeboten können wir dann auch nicht ausweichen, und so präsentieren wir mit Adrian Urbans »Die Killer-App« den ersten Roman um die Hauptfigur Ram Collins.
»Die Killer-App« zeigt uns, der wir heutzutage massenhaft Apps auf unseren Smartphones – und inzwischen auch auf PCs und Notebooks; es gibt ja keine Software, keine Programme mehr, nur noch Apps – installieren, dass bisweilen Vorsicht walten zu lassen eine gute Entscheidung ist. Eigentlich eine Binsenweisheit, denn zahlreiche Anbieter von Apps – sic! – gegen Viren, Trojaner und Konsorten machen nicht umsonst gute Geschäfte. Und trotzdem haben Malware-Bösewichter immer noch viel zu viel Erfolg …
Die App, um die es hier geht, kann nicht unbedingt als Malware gelten – und dennoch will Ram Collins sie nach der Installation auf seinem implantierten Cyberport – wer rennt in einem SF-Roman noch mit Smartphones rum? – doch wieder loswerden.

Urban, Adrian, DIE KILLER-APP. Ram Collins 1

Greedy zum dritten

Viel über Bernhard Kempen zu schreiben, das können wir uns vermutlich sparen. Er ist mindestens als Übersetzer in der SF-Szene bestens bekannt. Und nach »Arkadia« und »Darling« dürften auch seine Romane aus dem Xenosys-Universum bekannt geworden sein. Nun legt er den dritten Band namens »Aura« vor und stößt dabei in neue Sphären erotisch angehauchter Science-Fiction vor. Denn Aura ist nichts anderes als eine Kollektivintelligenz mit dem Erscheinungsbild eines riesigen Waldes – und seine Kommunikationsmöglichkeiten sind vielfältig …

Kempen, Bernhard, AURA

Malta – mit Schwenk übers Mittelmeer

Unser drittes ErlebnisMalta-Buch heißt »Secret« und stammt von Anke Jablinski. Diesmal spielt die Handlung … Nein, falsch. Die ersten beiden Bücher waren im Gegensatz zu »Secret« kein Roman. Diesmal gibt es also eine Handlung, und die spielt nicht direkt und nicht nur auf Malta, sondern beginnt in der Adria, an der kroatischen Küste. Und die beiden Protagonisten – Frau und Mann, wie sich das für so eine Geschichte gehört – gelangen nicht gleich nach Malta, sondern suchen und finden ihren Weg über griechische Inseln wie Kreta und Rhodos, schließlich auch Zypern. Und im Grunde befinden sie sich damit auf den Pfaden der Ritter des Johanniterordens – heute Malteserritter genannt. Am Ende jedoch ist ihr Ziel Malta …

Das Buch ist kein Reisebericht. Es geht vielmehr um Menschen, um die beiden Protagonisten, über – wie es im Klappentext heißt – den »Verlust geliebter Menschen, Obdachlosigkeit und den Kontrast zwischen Arm und Reich und schließlich auch die Geschichte einer Liebe zwischen zwei Menschen – und zum Meer«.

Anke Jablinski kennt sich aus. Sie ist sehr reisefreudig – und Malta ist nicht ihr einziges Reiseziel in all den zurückliegenden Jahren …

Jablinski, Anke, SECRET

… und der Plan für NOVA 33

Auch die Liste der Erzählungen für NOVA 33 ist nunmehr präsentabel. Die sieht so aus:

  • Joachim A. Hagen »Yuggoth«
  • Anke Hüper »Außerirdische Daten«
  • Karsten Kruschel »Kurz nach dem Einmarsch der Befreiungsarmee«
  • Glen Sedi »Kobo, das Wunschkind«
  • Rafael J. Torra »Die Spinne«
  • Erik Wunderlich »Unearthling«
  • Dieter Rieken »Jonas und der Held Terranovas«
  • Alex Souza  (Brasilien) »Invisible Bodies«  (Gaststory)

Eine Geschichte wird möglicherweise noch hinzugefügt werden, ein Kandidat liegt dafür unter der Lupe. — Und wie gehabt gibt es zum sekundärliterarischen Teil noch keine Informationen, und hier fehlt uns auch noch ein Titelbild.

Paperback nachgereicht

Zu dem schon Ende Januar 2022 erschienenen Titel »Spottlichter« von Wolfram Hirche haben wir bereits Ende März noch ein Paperback nachgelegt. Der Preisunterschied zum Hardcover ist mit nur 3 Euro eher marginal, aber es hat sich gezeigt, dass das Paperback von möglicherweise größerem Interesse ist – schon von der Handhabung her. Das Buch ist einfach kein Sammlerstück, sondern ein Schmökerwerk, in das man immer wieder hineinliest, und wieder und wieder … Da ist ein Hardcover am Ende einen Tick unpraktischer. Meint das Publikum.

Hirche, Wolfram, SPOTTLICHTER