Wenn das Wasser steigt …

… sollte man wissen, mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs ist. – Ja, diese Einleitung hat mit dem Buch »Land unter« von Dieter Rieken eigentlich nichts zu tun. Oder doch. Naja, nicht viel. Obwohl, vielleicht …

Wie auch immer: Die Geschichte ist eine Mischung. Sie hat ein eindeutiges SF-Element: Dank eines massiven Anschlags sind die Deiche gebrochen und Norddeutschland ist abgesoffen. Nicht ganz. Aber großteils. Jedenfalls so, dass es nicht mehr wirklich bewohnbar ist. Oder doch.
Grund ist der Aktienmarkt. Geldgier. Gier überhaupt. Aktienmanipulationen. Dubiose Geschäfte. Gemacht von Leuten, die solche dubiosen Geschäfte eben machen. Damit die Manipulationen allerdings funktionieren, musste man ein wenig SF machen. Deiche sprengen, Norddeutschland absaufen lassen.
Und was dabei rauskam, das steht in diesem Roman, der sich nicht so richtig einordnen lässt. SF, Krimi, Heimatroman? Nix von allem, und doch von allem etwas. Oder so.

Auf jeden Fall können wir die Lektüre empfehlen. Locker, leicht. Fluffig. Amüsant.
Aber klar, das machen die meisten Verlage. Empfehlen. Und so.

KDP und die Meerschweinchensteuer

Der Verlag p.machinery hat bis zum 19. Mai 2019 mit kindle | direct publishing, kurz KDP, dem Print-on-Demand-Ableger von Amazon aktiv zusammengearbeitet. An diesem Tag wurde das letzte Buch – Tiny Strickers »Spieler im Park« – direkt bei KDP eingestellt. Danach wurde die Zusammenarbeit mit KDP seitens p.machinery beendet. Die Gründe für dieses Ende sind vielfältig und werden vielleicht einmal Gegenstand einer eigenständigen Veröffentlichung sein; man wird sehen.
Aktuell sind 136 Titel verfügbar, die KDP druckt und die über Amazon gekauft werden können. Man erkennt sie daran, dass Sie wie Bücher anderer Verlage erscheinen, die mit Barsortimentern arbeiten oder direkt über Amazon liefern lassen. Im Unterschied dazu gibt es p.machinery-Bücher, die nur über den Marketplace mit Aufschlag zu erhalten sind; dabei handelt es sich in der Regel um Hardcover oder besondere Formate, die KDP nicht herstellen kann. Oder will.
Diese 136 Titel werden morgen, am 30.06.2020 so weit aus dem KDP-System entfernt, dass sie über KDP und damit über Amazon nicht mehr in der gewohnten Weise verfügbar sein werden.

Der Grund ist das, was Amazon/KDP immer gemacht hat und immer macht. Es ist nur das maßgeblich, was Amazon/KDP sagt, es ist nur das richtig, was Amazon/KDP behauptet. Daraus resultiert, dass p.machinery ab 01.07. gegen die gesetzlichen Grundlagen der Preisbindung verstoßen wird, denn Amazon/KDP geht von Nettopreisen aus und schlägt der Einfachheit halber die im jeweiligen Land übliche Mehrwertsteuer auf. Das ist schön und Zeichen professioneller Faulheit.
Die Folge für p.machinery ist, dass die im VLB verzeichneten und damit gebundenen Preise, die auch auf den Buchrückseiten aufgedruckt sind, bei Amazon nicht mehr angeboten werden. Das Buch für EUR 14,90 kostet bei Amazon dann EUR 14,52 – und damit liegt ein Verstoß gegen das Buchpreisbindungsgesetz vor.
Die Alternativen für p.machinery sind, einerseits die Nettopreise für 136 Titel händisch anzupassen und andererseits, die Gelegenheit zu nutzen und die direkte Geschäftsbeziehung mit Amazon vollständig zu beenden.
p.machinery hat sich für die letzte Variante entschieden, nicht zuletzt wegen der während der Jahre bis zum Mai 2019 mit KDP gemachten Erfahrungen in deren Umgang mit Thematiken der Buchproduktion und deren Umgang mit Kunden, der vor allem von Klugscheißerei, Ameisenfickerei und ehrenrührigen Unterstellungen (Stichwort: Urheberrecht) geprägt war.

Selbstverständlich sind die Bücher nach wie vor verfügbar: im Buchhandel und beim Verlag. Und sie werden auch wieder bei Amazon auf gewohnte Weise verfügbar sein, wenn die Titel peu à peu – es wird halt eine Weile dauern – über den aktuellen Partner Bookwire auch wieder für Print-on-Demand-Angebote verfügbar gemacht worden sind.
Bis dahin hoffen wir auf Verständnis seitens unserer Kunden.

P.S.: Ganz sicher wird die Frage auftauchen, warum p.machinery-Bücher angesichts der Mehrwertsteuersenkung von 7 auf 5 Prozent nicht günstiger werden. Es gibt gute Gründe dafür, und bevor das Rad neu erfunden wird, dürfen wir auf den Beitrag des Kollegen Robert S. Plaul vom Carpathia-Verlag verweisen, den man unter diesem Link nachlesen kann.

Einer deutschen Legende zum Hundertsten

»Unser Walter« … Über die Odyssee, die dieses Buch hinter sich gebracht hat, könnte man sicherlich noch mehr schreiben. Voraussetzung dafür wären mehr Details. Oder ein vollständigerer Schriftverkehr von Wolfgang Thadewald mit dem einen oder anderen Beteiligten. Das alles ist eigentlich nicht nötig, und so hat sich der Herr Verleger in seinen »Vorbemerkungen« kurz gefasst:

Einige Worte zur Historie dieses Buches sind sicherlich angebracht, nicht zuletzt wegen eines Teils der Texte, die sich auf den Tod Walter Ernstings im Jahre 2005 beinahe in Form eines Nachrufes beziehen, jedenfalls aber Erinnerungen – sic! – darstellen.
Im März 2013 schrieb mir Wolfgang Thadewald erstmals von seinem Buch, das auf einer Idee von Jörg Weigand basierte und ursprünglich mit dem EDFC realisiert werden sollte. Jörg Weigand beendete seine Arbeit nicht, bat Wolfgang, weiterzumachen. 2010 gab es ein Angebot von Kurt Kobler vom TCE, das Buch umzusetzen, sodass Wolfgang seine Arbeiten beendete und die Materialien 2011 ablieferte.
Und wieder verging Zeit. Es liegt ein Fanzineentwurf – Wolfgang Thadewald hatte sich ursprünglich ein Fanzine vorgestellt – des TCE mit einem Vorwort aus dem Jahre 2013 vor. Das Fanzine wurde so offensichtlich nicht realisiert. Ein Teil des Materials erschien im TCE-Fanzine »Paradise«, in der Ausgabe 89, wie Wolfgang Thadewald mir schrieb.
Letztendlich übernahm ich von Wolfgang die Aufgabe, das Buch zu erstellen. Ich suchte und fand in Ulrich Blode einen (Co-) Herausgeber, der das Material noch einmal sichtete, ordnete und in Form brachte.
Und während Ulrich seine Arbeit machte, starb Wolfgang Thadewald am 1. Dezember 2014.
Und wieder verging Zeit. Viel Zeit. Anfang 2015 war Ulrich Blode fertig – und ich wusste nicht so recht, wie ich das Buch realisieren sollte. Irgendwie schien mir der Boden unter den Füßen zu fehlen.

Dass das Buch nun doch erscheint, ist Kurt Kobler zu verdanken, der mich darauf hinwies, dass Walter Ernsting am 13.06.2020 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Ein guter Grund, endlich durchzustarten – auch wenn der Geburtstag als Erscheinungstermin so nicht mehr zu realisieren ist. Aber der Juni 2020 sollte machbar sein …

Und in der Tat ist es so. Das Buch wird in den nächsten Tagen als Print (PoD) und E-Book über die üblichen Internetverdächtigen zu bekommen sein. Die p.machinery-Druckauflage dauert ein paar Tage länger; wir rechnen mit zwei Wochen von heute an.

Menschenrecht Wasser

Die Idee zum Buch basiert eigentlich nur auf einem Musikstück: dem Chicks-on-Speed-Remix von Malarias »Kaltes klares Wasser«:

Das allein reicht kaum aus, ein Buch zu rechtfertigen. Beim Thema Wasser gibt es jedoch einen Hintergrund, der das Thema zu einem dankbaren Ansatz macht: Wasser als Menschenrecht, richtiger: der Zugriff auf Wasser als Menschenrecht. Eine Problematik, die sich weltweit stellt, nicht nur in Dritte-Welt-Ländern, wo das Problem durch grundsätzliche Verfügbarkeit, aber auch durch schlicht und ergreifend widersinnige Privatisierung der sowieso eingeschränkten Vorkommen besonders deutlich hervortritt, nein, auch in den sogenannten »westlichen Zivilisationen« – hier bei uns: die EU – ist Wasser heute noch eine Selbstverständlichkeit: Wasser trinken, mit Wasser waschen und duschen, Wasser im Garten, Wasser verschwenden … – ist das Thema Wasser und dessen Verfügbarkeit zunehmend akut. Und der Tenor der Geschichten in diesem Buch hat nicht nur etwas mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasser der Welt zu tun – ganz im Gegenteil.

Es war eine Empfehlung

Genau das war es. Eine Empfehlung von René Moreau, einem der EXODUS-Macher. Der empfahl einen Roman mit dem seltsam anmutenden Titel »Fonpo«, von einem Autor namens Heribert Kurth, den René bestens kennt. Also die altbekannte Schiene mit »jemandem, der jemanden kennt, der jemanden kennt« …

Ganz so ist es natürlich nicht. Renés Empfehlung war selbstverständlich ernst gemeint, und Heribert Kurth, der Autor, erwies sich als ungeduldig geduldig. Er hielt Kontakt, machte aber keinen Stress. Und er bekam, was er verdiente: sein Buch.

Die Geschichte fällt eindeutig aus dem Rahmen. Es ist keine Actionstory, es ist keine Space Opera, Military SF sowieso nicht, nichts dergleichen. Es ist im Grunde nicht mehr und nicht weniger als das, was der Klappentext andeutet: die Menschheitsgeschichte. Und ihre Hintergründe. Der Plot hat einen deutlich erkennbaren philosophischen Anteil, und wenn der nicht für sich alleine wirkt, dann könnte er eine ganze Reihe von Ansatzpunkten für weitere Romane – gerne auch von anderen Autoren – liefern. Eine Entwicklung, die wir beobachten werden.

Für den Augenblick zählt für uns aber vor allem, dass wir mit »Unter den Sternen von Tha« ein außergewöhnliches Buch eines geheimnisvollen Autors* präsentieren dürfen.

* Wir wissen seinen Namen und seine E-Mail-Adresse, seine Postanschrift – und mehr auch nicht. Er findet, sein Roman stünde im Mittelpunkt – nicht er. Auch eine Sichtweise. Die wir natürlich honorieren.

Das Jahr des STORY CENTER (Part I)

Ewigkeiten. Solche sind bei manchen STORY-CENTER-Anthologien vergangen. Aber 2020 wird das Jahr des STORY CENTER. Versprochen.

Den Anfang macht »NUMMERN«, ein STORY CENTER, das bereits 2012 (!) ausgeschrieben wurde – vor mehr als acht Jahren. Damals gab es noch die Idee, jedes Jahr ein STORY CENTER herauszubringen, aber das wurde schnell aufgegeben. Und so dauerte es … und dauerte …
Schließlich nahmen sich Marianne Labisch und Galax Acheronian – beide auch mit eigenen Geschichten vertreten – der Sache an, und dann lag es nur noch am Verleger. Herausgekommen sind acht Geschichten – darunter zwei Werke, die umfangreicher ausgefallen sind –, deren Autoren durchaus erfolgreich versucht haben, die Aufgabenstellung der Ausschreibung zu bewältigen. Und einfach war das nicht, denn es ging um nicht weniger als 1, 9, 11, 20, 300 und 2020. Unter der langen Zeit haben die Geschichten jedenfalls nicht gelitten – und acht Autoren haben gezeigt, dass man auch mit ausgefallenen Herausforderungen fertig werden kann.

Knapp verpasst – und doch getroffen

2019 wäre das bessere Jahr für die Veröffentlichung dieser Anthologie gewesen. Das Erscheinungsjahr von Orwells »1984« war 1949, es wären also siebzig Jahre gewesen. Und das Handlungsjahr 1984 wäre fünfunddreißig, nicht sechsunddreißig Jahre her gewesen. Trotzdem behaupten wir am Anfang des Buches, wie eine Widmung formuliert, 2020 sei ein guter Zeitpunkt für die Veröffentlichung.

Gut. 35, 36, 70, 71. Wir haben da was Nettes verspielt. Aus Zeitgründen, wie immer. Aber in dem Buch geht es auch nicht um nette Dinge, es finden sich keine netten Geschichten, es gibt keine Happy Ends (oder haben wir eines übersehen), aber doch immer noch ein Fünkchen Hoffnung. Denn es gilt, den Anfängen zu wehren – und das bezieht sich bei Weitem nicht nur und vor allem nicht auf Rechtspopulisten und Nazis, aber durchaus auf Formen von Faschismus, die wir teilweise noch gar nicht realisieren.

1984 ist real. Es war 1984 real, in dem Jahr, als alle Orwells Roman feierten. Es ist 2019 so real, wie es 2020 auch der Fall ist. 1984 ist immerdar – und wir sind immer gefordert, uns dagegen zu wehren.

»ZWEITAUSENDVIERUNDACHTZIG« ist Science-Fiction. Hoffentlich. Möglicherweise. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Wir haben es gesagt

Ja, haben wir. Da kommt noch mehr, haben wir gesagt. Und sogleich ist es auch so weit: Band 2 der auf vier Bände ausgelegten Reihe »Kein Twitter, kein Facebook | Von Menschen, Büchern und Bildern« liegt vor. Und diesmal war die Arbeit am Titelbild deutlich schwieriger als beim ersten Band. Bilder von alttestamentarischen Aphoristikern waren ebenso wenig zu finden wie solche mit siebenundsiebzig Geschwistern. Pferdekutschen im Prater hätten wir vielleicht noch hinbekommen, und vielleicht sogar Habsburg in Flammen … wir hätten ja nur behaupten müssen, die Burg, die wir da angezündet haben, hieße Habsburg. Wir haben uns dann für ein Kaffeehaus entschieden, das Österreich repräsentiert; und ein Abbild von Zürich steht für die Schweiz. Die beiden Speisen im Titel sollten nicht fehlen – und hier erwies sich ausgerechnet das »Röschti« (oder korrekt »Rösti«) als besonderes Problem. Man kann nun vom Titelbild halten, was man mag – im Inneren geht es um Gegenwartsliteratur aus Österreich und der Schweiz, und einmal mehr sind die Österreicher und die Schweizer, um die es geht, nicht alle wirklich original …