Erhaltenswert

Es gibt Bücher, die darf man erhaltenswert ansehen und auch so behandeln. Karl-Ulrich Burgdorfs Geschichtensammlung »Der Schäms-Scheuß-Virus« erschien ursprünglich im Verlag Westfälische Reihe zu Münster. Nun hat der Verlag entschieden, das Buch nicht weiter zu publizieren und so haben wir uns bereit erklärt, das Werk neu aufzulegen. Nach einer Umstellung auf die neue Rechtschreibung und in einem neuen, frischen Layout ist das Buch nun erschienen und weiß den Leser mit wahrlich unwahrscheinlichen Geschichten zu erfreuen.

Keine Überraschungseier

Nein, wirkliche Überraschungen liefert uns der KLP 2021 mit seinen Nominierungen diesmal nicht.

Dass Gabriele Behrends »Salzgras & Lavendel« und Heribert Kurths »Unter den Sternen von Tha« für den »besten deutschsprachigen SF-Roman« nominiert wurden, haben wir nicht nur erhofft, sondern durchaus auch erwartet. Beide Werke sind so eindringlich und prägnant, dass es uns überrascht hätte, wäre das nicht so gewesen.

Mit Kai Fockes Story »Gastropoda galactica« aus der Alienwalzertrilogie haben wir nicht gerechnet, was allerdings an dem immensen Aufkommen von guten und sehr guten SF-Storys im Jahre 2020 liegt. Eine echte Freude aber neben der Nominierung des Titelbildes von »Das Alien tanzt Walzer« von Lothar Bauer war auch die Nominierung von Lothars Titelbild auf der Front von »NOVA 29«, ein Titelbild, das seinerzeit 2020 der Kritik vor allem von wenig fantasievollen Kritikern zum Opfer gefallen ist, obwohl es das nun wirklich nicht verdient hat.

Die Nominierungen zum KLP 2021 im Überblick: hier.

Und unsere Nominierungen – 5 solche aus 22 Eintragungen in der Longlist, die über alle 8 Kategorien hinweg 241 Einträge vorzuweisen hatte – im Folgenden mit Bild und Link:

Behrend, Gabriele, Salzgras & Lavendel

Kurth, Heribert, UNTER DEN STERNEN VON THA

Mitten aus dem Buch. Ein Lesepröbchen

Norten, Ellen (Hrsg.), DAS ALIEN TANZT WALZER

NOVA 29 auf dem Markt

Schwester, Bruder oder Kind?

Jahrestag mit Trauerflor

Am 1. April ist es Usus, jemanden, den man kennt, in den April zu schicken. Freunde, Kollegen, den Partner, irgendjemanden. Das ist als lustige Begebenheit gedacht, über die möglichst viele Menschen – hoffentlich inklusive des neuen Aprilscherzopfers – lachen können.

Aber am 1. April gibt es auch Gründe, über traurige Dinge nachzudenken. Und so jährt sich in diesem Jahr zum fünften Mal, dass die deutsche Literaturszene eine begnadete, ausgezeichnete Autorin verloren hat: Susanne Haberland ist am 1. April 2016 nach langer und nicht heilbarer Krankheit von dieser Welt gegangen.

Susanne, die unter verschiedenen Pseudonymen schrieb, war wohl das, was man mit Recht als Steampunk-Fan bezeichnen kann. Viele – wenn nicht die meisten – ihrer Storys handelten vor entsprechenden Hintergründen der Geschichten, viktorianisch angehaucht, mit mehr oder minder ausgeklügelter Technik um die Dampfmaschine herum. Und immer waren ihre Geschichten genial. Sie hatte das richtige Handwerkszeug, um selbst in der kürzesten Geschichte den Leser zu fesseln und zu beeindrucken.

Marianne Labisch hatte die Idee, an Susannes Todestag mit einem Buch zu erinnern, das ihr gefallen hätte, und neben Gerd Scherm als Mitherausgeber, Autor und Illustrator fanden sich Schriftsteller, die von der Idee angetan waren, nicht zuletzt, weil sie Susanne als Menschen, als schriftstellernde Kollegin und als Freundin geschätzt und geliebt haben.

Labisch, Marianne & Scherm, Gerd, DIE FAHRT DER STEAMPUNK QUEEN

Das Hardcover aus der Produktion des Schaltungsdienst Lange wird leider mit – einer herstellungsbedingten – Verspätung erst am 9. April verfügbar sein. Bei Amazon und auf diversen einschlägigen Internetbuchhandelsportalen bekommt man bereits das E-Book. Das Hardcover ist im Buchhandel bestellbar; es wird über die Print-on-Demand-Ressourcen der Barsortimenter KNV Zeitfracht und Umbreit hergestellt und vertrieben. (Bei Buchhandlungen, die mit Libri zusammenarbeiten, darf man sich den Bestellversuch sparen; Libri unterstützt inzwischen wohl keine Kleinverlage mehr.)

Unser Verleger hat auf seinem privaten Blog auch noch etwas zum Buch geschrieben: hier.