Was genau ist das Problem?

Der Begriff »Theodizee« ist bekannt? Wenn nicht, dann sicher die Fragestellung – und auch das Problem. Die Frage, die Ron Müllers Roman aufwirft, ist aber zunächst mal eine ganz andere: Wenn das Problem in unterschiedlicher Ausprägung gleich zwei Mal auftritt – welches Problem ist das problematischere? Oder anders gefragt: Ist das Problem kleiner, wenn ich wenigstens einige Menschen retten kann, und größer, wenn niemand Rettung erfahren wird? Und überhaupt – wer hat am Ende recht? Der Protagonist, der Autor, der Leser? Oder gar Gott? Oder das Böse?

Wer sich jetzt hinreichend in die Irre geführt fühlt, liegt richtig – und sollte sich diesen Roman gönnen, der einen weniger in die Irre, als zu der Erkenntnis führt, dass das Theodizee-Problem in ganz ungewöhnlichen Situationen eine Rolle spielen kann. Und spielt.

P.S.: Wer sich mit dem Theodizee-Problem ausführlicher beschäftigen möchte – gleich, ob vor, während oder nach der Romanlektüre –, kann dies z. B. hier tun.

Müller, Ron, DAS THEODIZEE-PROBLEM