Ikebana: Anekdoten

Es gab zwischendurch – es war wohl irgendwann 2005, vielleicht auch erst 2006 – sogar den Plan, mit einer Übersetzung des Buches ins Englische zu versuchen, den englischsprachigen Markt – allem voran natürlich die USA – zu »erobern«. Es gab Kontakte mit amerikanischen Verlagen, auch mit einer Retailingkette. Problematisch war die Frage, wo das Buch produziert und von wo aus vermarktet werden sollte; letztlich kam eigentlich nur ein Partner in den USA in Frage, alles andere wäre völlig illusorisch gewesen.
Es scheiterte wohl letztlich am Geld. Die Übersetzerin, die wir ausersehen hatten, war nett, zuvorkommend – aber sie hätte auch leben müssen und hätte einfach einen unanständigen Haufen Geld – für unsere Verhältnisse – gekostet, sodass das Projekt letztlich sanft im Sande verlief.

Die Vorlagen der Zweitausgabe wurden fünfunddreißig oder vierzig Mal Korrektur gelesen. Mindestens. Jedes Mal komplett, von vorne bis hinten. Mal auf dem Bildschirm, meistens aber auf Papier. Layoutkontrolle um Layoutkontrolle, Textkorrektur um Textkorrektur. Trotzdem: Die Lieferung der ersten Auflage kam, der erste Karton wurde aufgerissen, das erste Buch – das Verlagsbelegexemplar, es liegt noch heute hier – ausgepackt (es war natürlich eingeschweißt), es wurde an einer x-beliebigen Stelle aufgeklappt, der erste Blick fiel auf das erste Wort –
Tippfehler!

Eine der Varianten, die für eine dritte Ausgabe des Buches in Erwägung gezogen worden war, war ein sogenanntes eBook. In diesem Falle wohl nicht mehr als eine PDF-Datei, irgendwo im Internet zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Und vielleicht zusätzlich auch auf DVD vermarktet, für die Leute, die – damals vor fünf, sechs Jahren noch nicht so selten wie heute – noch nicht über Breitbandverbindungen verfügten und ohne mit der Wimper zu zucken, dreistellige MB-Volumina herunterladen konnten und wollten. Auch diese Variante kam nie zustande. Zum einen machten wir nie einen ernsthaften Versuch, ein solches Projekt zu etablieren. Zu viele Hindernisse schienen da zu liegen, angefangen von der simplen Frage, wie man einen solchen Download – gegen Bezahlung! – im Detail realisieren sollte, wie viel Aufwand dies sei – und ob der sich überhaupt lohne, wenn dann hinterher niemand kaufen würde. Denn gerade auch die Autorin hatte so ihre Zweifel, ob die Ikebana-Klientel in Deutschland gleichzeitig so internet-affin wäre, dass sich dergleichen rentiert hätte; selbst einer DVD räumte sie nicht sehr große Chancen ein.

Der Name »p.machinery« – abgeleitet übrigens von einem Titel der Düsseldorfer Gruppe »Propaganda« – kam vor seinem Einsatz als Verlagsname schon einmal zur Anwendung: Zwischen 1996 und 2002 gab es eine vom Verlagsinhaber geführte Computerfirma mit diesem Namen. Aber das ist lange her … Eigentlich sollte der Name nach der Schließung der Computerfirma verkauft werden; oder besser: nicht der Name, sondern die Domain pmachinery.de. Einschlägige Seiten zeigten vierstellige Beträge an, die man für so eine Domain – immerhin recht kurz und mit etwas gutem Willen auch recht einprägsam – würde erwirtschaften können. De facto wurden nicht einmal 20 Euro dafür geboten. Was sich schließlich als durchaus vorteilhaft erwies …

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