Schneider, Cornelia, Über dem Abgrund der Himmel

Cornelia Schneider
ÜBER DEM ABGRUND DER HIMMEL
Erzählungen
Außer der Reihe 32
p.machinery, Winnert, Juli 2019, 164 Seiten
Paperback: ISBN 978 3 95765 158 7 – EUR 14,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 909 5 – EUR 7,49 (DE)

»Sein Ziel war der rote Sessel an der Kirchenmauer. Dort würde er das Messer in der Hand halten und die Klinge würde in der Sonne Funken sprühen, und er würde warten, bis sie ihn holen kämen, er würde ihnen das Messer reichen und sagen, ich hab’s getan, ich habe die Simone Schmal ermordet, und dann würde er nichts mehr sagen, und so würde sie ihm doch noch gehören, und keiner würde sie ihm je wieder wegnehmen können, nicht einmal sie selbst.

Und dann dachte er an Mutter, und eine große Genugtuung war in ihm.«

Aus der Titelgeschichte, einer von neun Erzählungen von Cornelia Schneider. Es ist eine Frage des Blickwinkels. Schräg. Seltsam. Ein wenig unheimlich. Jedenfalls verstörend. Bis mörderisch. Mit fantastischen Elementen.

Cornelia Schneider, geboren 1950 in Karlsruhe, aufgewachsen in Königsbach/Baden. Von Kind auf so unruhig wie unbelehrbar, verließ sie 1971 ihr Elternhaus, lebte in Berlin, Paris, Südindien, tummelte sich unter Marxisten, Hausbesetzern und west-östlichen Utopisten, studierte (mal kürzer, mal länger, doch nie zu Ende) Romanistik, Lateinamerikanistik, Politologie, jobbte sich als Teilzeitsekretärin durch zahllose Büros, kam 1988 mit ihrer zweijährigen Tochter nach Stuttgart, wurde erstaunliche fünfundzwanzig Jahre sesshaft und fing an zu schreiben. Sie veröffentlichte in diversen Anthologien, Literaturzeitschriften und Fanzines, erhielt 2004 eine Arbeitsbeihilfe vom Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, gewann den Agatha-Christie-Krimipreis 2006 (1. Preis) und wurde für diesen im Jahr 2008 noch einmal nominiert. – Heute lebt sie in Brandenburg und züchtet (und vermarktet) erfolgreich Tigerschnegel.