Wenn der Stricker wieder liest

Freude! »Diese Lesung findet wegen der von der Regierung verfügten Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Virus-Pandemie nicht statt und wird auf den 22.1.2021 verschoben.« Muff.

Tiny Stricker liest wieder. Am 27.11.2020 ab 19 Uhr in den Räumlichkeiten des MLb, des Münchner Literaturbüros (Milchstr. 4, 81667 München). »Tiny Stricker liest Auszüge aus der Erzählung ›Vom Gehen in griechischen Städten‹ von 2017 und dem gerade erschienenen München-Buch ›U-Bahn-Reiter‹ sowie aus dem noch unfertigen Manuskript ›Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies‹.

Das erste Buch handelt von fünf Jahren in Thessaloniki und dem gar nicht so leichten ›Gehen in griechischen Städten‹. ›U-Bahn-Reiter‹ ist eine Roadnovel durch München mit der U-Bahn als adäquatem Reisegefährt. ›Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies‹ schließlich beschreibt einen Roadtrip, der vom Hotel Amir Kabir in Teheran und einer Gruppe von Gästen dort ausgeht und am Ende wieder dorthin zurückkehren soll.«

Soweit die Info auf der MLb-Website (hier; man muss ein wenig blättern).

Himmlisch, irdisch

In diesem Verlag mögen wir Bilder. Bilder von Andreas Schwietzke (vulgo: »Inspiration«), von Gerd Scherm (vulgo: »Bilder einer Ausstellung«), Lothar Bauer (zahllose Titelbilder unserer Bücher), Sebastian Schwarz (in »DIE ZUKUNFT …« und »KINDERGEFÄNGNIS …«). Und das sind weder alle, noch werden sie das bleiben.

Tatjana Frey ist eine Bildkünstlerin, die bislang vor allem in unserem Imprint HALLER präsent war. Mit dem Buch »HIMMEL UND ERDE« haben wir ihr erstmals eine ganz eigene Plattform geboten, in der sie nicht nur illustrieren durfte, sondern im Mittelpunkt steht. Die Geschichten basieren auf ihren Bildern, und nicht nur die Motive waren konkrete Inspirationsquellen, sondern mitunter auch die Namen der Bilddateien, die den Autoren zugeschanzt wurden.

Das Ergebnis ist anders. Anders als Andreas, Gerd, Lothar und Sebastian. Ganz anders.

Tatjana eben.

Griesbach, Corinna (Hrsg.), HIMMEL UND ERDE. Die Bilder Tatjana Freys

Nicht einsperren!

Nicht nur Kinder gehören nicht in ein Gefängnis, auch die sensationellen Fotos eines Sebastian Schwarz gehören in die Freiheit. Begleitet von einer erklecklichen Zahl Autoren haben wir achtzehn weitere Meisterwerke des Fotografen verlassener Orte aus der Zelle gelassen und präsentieren sie im insgesamt dritten HALLER-Buch zum Thema »verlassener Orte«.

Griesbach, Corinna (Hrsg.), KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte

Was genau ist das Problem?

Der Begriff »Theodizee« ist bekannt? Wenn nicht, dann sicher die Fragestellung – und auch das Problem. Die Frage, die Ron Müllers Roman aufwirft, ist aber zunächst mal eine ganz andere: Wenn das Problem in unterschiedlicher Ausprägung gleich zwei Mal auftritt – welches Problem ist das problematischere? Oder anders gefragt: Ist das Problem kleiner, wenn ich wenigstens einige Menschen retten kann, und größer, wenn niemand Rettung erfahren wird? Und überhaupt – wer hat am Ende recht? Der Protagonist, der Autor, der Leser? Oder gar Gott? Oder das Böse?

Wer sich jetzt hinreichend in die Irre geführt fühlt, liegt richtig – und sollte sich diesen Roman gönnen, der einen weniger in die Irre, als zu der Erkenntnis führt, dass das Theodizee-Problem in ganz ungewöhnlichen Situationen eine Rolle spielen kann. Und spielt.

P.S.: Wer sich mit dem Theodizee-Problem ausführlicher beschäftigen möchte – gleich, ob vor, während oder nach der Romanlektüre –, kann dies z. B. hier tun.

Müller, Ron, DAS THEODIZEE-PROBLEM

Chinesische Spitznamen

»Kleiner Drache« ist nicht nur ein Spitzname, »Kleiner Drache« ist Xialong. Norbert Stöbe – der bei p.machinery kein neuer Kunde ist – beschreibt in seinem aktuellsten Roman nicht nur das Leben einer Chinesin auf der Flucht vor ihresgleichen, sondern auch ein China, das es unter ganz anderen Umständen und zu ganz anderen Zeiten so ähnlich einmal gegeben hat, heute aber nicht denkbar ist. Es ist ein wenig eine Mischung aus dem sich gegenüber Fremden standhaft zeigenden Australien und der Bürgerpolitik der guten, alten DDR. Wer nach China rein will, hat nicht unähnliche Probleme wie der, der raus will. Stöbes Roman »Kleiner Drache« ist nur vordergründig ein Schicksalsroman; er entwickelt seine Science-Fiction quellend und brodelnd unter der Oberfläche und zeigt sich prägend im Leben der Protagonistin.

Stöbe, Norbert, KLEINER DRACHE

Der dritte Hübner

Natürlich gibt es nur einen – es kann auch nur einen geben, wie beim »Highlander«. Aber man kann ihn teilen – besser gesagt: Man kann sein Werk teilen. Und das machen wir ja – inzwischen zum dritten Mal. Klaus Hübners neues Werk widmet sich Autoren und Literatur aus Bayern und in Bayern und um Bayern … nein, nur aus und in Bayern. Seine Besprechungen und Essays sind von hoher Qualität, wie man dies von diesem literarisch versierten Menschen gewohnt ist – und als besonderes Zuckerl gibt es oben drauf eine Sammlung von Sprachglossen, die unserem Verleger wie Öl runtergegangen sind und all die Leser ansprechen werden, die die deutsche Sprache nicht nur mit anglizistischem Blut und genderischem Schleim versaut sehen möchten.

Hübner, Klaus, BIERKÄMPFE, BAROCKENGEL UND ANDERE BAVARESKEN

Nochmal im Preis gesenkt

Nochmal im Preis gesenkt wurden die E-Books von Tetiana Trofushas »Coming home«: Bis zum 28.11.2020 kosten alle drei Sprachversionen nur EUR 0,49. Reich werden wir damit nicht und das ist auch nicht das Ziel: Vielmehr wollen wir herausfinden, inwiefern der Preis eines E-Books für seinen Downloaderfolg wirklich maßgeblich ist.

Wenn Autoren promoten

Dann sieht das so aus, wie Heribert Kurth das bei Facebook für seine »Sterne von Tha« getan hat:

Hallo, ich hatte ja nach meinem Beitritt in die Gruppe gepostet, dass ich demnächst einen ausführlicheren Beitrag schicken werde und das mach ich hiermit.

Bereits das erste Buch, welches ich als Kind in der Stadtbücherei Düren entliehen hatte, war ein Science Fiction Roman und die Faszination über das Weltall „verfolgt“ mich bis heute. Es hat sich ergeben, dass über sehr viele Jahre hinweg in meinem Kopf eine eigene Geschichte herumgeisterte, die im Laufe der Zeit immer größer und detaillierter wurde. Aus beruflichen Gründen hab ich nie die Zeit gehabt, sie mal aufzuschreiben. Die Geschichte ist vollgespickt mit verblüffenden Ideen und Begebenheiten. Irgendwann hab ich dann sogar ein klein wenig Bammel gehabt, dass jemand anderes per Zufall auf vergleichbare Ideen kommt, was aber Gott sei Dank nicht geschehen ist. Die Geschichte blieb mehr als drei Jahrzehnte im „Hinterstübchen“ und dann kam endlich die Zeit, dass ich damit beginnen konnte, sie mir aus dem Kopf herauszuschreiben.

Was dabei herausgekommen ist, trägt den Titel „Unter den Sternen von Tha“ und ist Ende Juni als mein erstes Buch im „p.machinery Verlag“ erschienen. Der Verlag schrieb dazu auf seiner Homepage, dass die Geschichte „eindeutig aus dem Rahmen fällt“ und „einen deutlich erkennbaren philosophischen Anteil hat“. Es ist keine Actionstory, keine Space Opera und erst recht kein Military SF – nichts dergleichen. Es ist ein Protokoll über die Menschheitsgeschichte, als Rückblick erzählt aus einer sehr weit entfernten Zukunft. Im Grunde genommen handelt es sich um unterschiedlich große Protokollfragmente, die zusammengesetzt einen übergeordneten Sinn ergeben, der aber erst ganz zum Ende der Geschichte „angedeutet“ wird.

Das in meinen Augen geradezu sensationelle Titelbild stammt von Lothar Bauer. Es passt perfekt zu einem zentralen Bestandteil der Story.

Es hört sich nach Werbung an – ist es wahrscheinlich auch – aber ich empfehle das Buch jedem SF Fan. Es gibt schöne Rezensionen z.B. im Portal Deutsche Science Fiction, in den Phantastik-News und in den Andromeda Nachrichten. Ich freue mich über jede Meinung zum Buch, unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ ist. Gruß aus Düren.