Haubold, Frank W., Die Sternentänzerin

Frank W. Haubold
DIE STERNENTÄNZERIN
AndroSF 3
p.machinery, Murnau, Dezember 2009, Paperback, 312 Seiten
ISBN 978 3 8391 3455 9

Verfügbarkeitsende = 24.12.2014

»Sie hatten lange gewartet, unvorstellbar lange nach menschlichen Maßstäben – Millionen und Abermillionen von Jahren, nachdem die Flüsse versiegt waren und der Sand ihre gläsernen Städte unter sich begraben hatte. Sie waren so alt, daß ihnen längst jedes Zeitgefühl abhanden gekommen war, aber jetzt waren sie so neugierig und erwartungsvoll wie Kinder. Sie lauschten der Musik, die das fremde Mädchen in sich trug, und genossen ihren Tanz, der sie an eine Zeit erinnerte, in der sie selbst noch Geschöpfe aus Fleisch und Blut gewesen waren, die Liebe, Schmerz und Tod kannten …«

Die hier vorgelegten Geschichten wurden in dieser Form noch nicht gesammelt veröffentlicht; eine Bibliografie ist in dem Band enthalten. Die Geschichte »Ein gastfreier Planet« stammt aus dem jahr 2009 und wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

FRANK W. HAUBOLD wurde 1955 in Frankenberg geboren und lebt im sächsischen Meerane. Er studierte Informatik und Biophysik in Dresden und Berlin. Seit 1989 schreibt und veröffentlicht er Erzählungen und Kurzgeschichten unterschiedlicher Genres. 1997 erschien sein erstes Buch, der Episodenroman Am Ufer der Nacht. Es folgten die Erzählungssammlungen Der Tag des silbernen Tieres (1999, mit Eddie M. Angerhuber), Das Tor der Träume (2001), Das Geschenk der Nacht (2003) und Wolfszeichen (2007). Weitere Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Magazinen und Anthologien (u. a. bei Heyne, Lübbe, Shayol und Blitz) sowie Herausgabe mehrerer Anthologien (zuletzt Das Experiment, 2009). Für seinen aktuellen Roman Die Schatten des Mars und die Kurzgeschichte Heimkehr erhielt er 2008 den Deutschen Science Fiction Preis in beiden Kategorien.

Das Titelbild stammt von CROSSVALLEY SMITH.

Über EVGENIJ ROOT, den Illustrator, ist noch nicht viel bekannt. Er bewarb sich aufgrund eines Aufrufes und zeichnete zehn Zeichnungen zu den Geschichten Frank Haubolds.

Der Tausendäugige
Die Tänzerin
Die Heilige Mutter des Lichtes
Ein gastfreier Planet
Das Schiff
Die Stadt am Meer
Das ewige Lied
Heimkehr
Der Wunderbaum
Die Legende von Eden

DER TAUSENDÄUGIGE: Ein Team von interstellaren Schatzsuchern dringt in einen gesperrten Raumsektor ein und landet schließlich auf einem seit Jahrhunderten verlassenen Planeten. Während Kommandant Thornton das Unternehmen rücksichtslos vorantreibt, sorgt sich die Pilotin Liza um die Sicherheit ihrer Gefährten. Je weiter der Landungstrupp in die vergessene Stadt vordringt, desto stärker werden ihre Befürchtungen …

DIE TÄNZERIN: Als die Tänzerin Lena Romanowa während einer Tournee ihre Jugendliebe Sergej wiedertrifft, folgt sie aus einer Laune heraus dessen Einladung zu einem Auftritt in ihrer Heimatstadt, die sie vor über dreißig Jahren verlassen hat. Die Fahrt nach Melenki wird zu einer Reise in die Vergangenheit, und Lenas Tanz auf der Bühne des alten Kulturhauses endet in einem Fanal, das ihr Leben für immer verändern wird …

DIE HEILIGE MUTTER DES LICHTES: Nach dem Tod von Schwester Matisse wird die junge Tiana zur Hüterin ernannt. Zum ersten Mal darf sie am Ritual teilnehmen und sieht sich in einem unterirdischen Kuppelsaal der »Heiligen Mutter des Lichtes« gegenüber – einer wundertätigen Statue, der die Bewohner des »Netzes« ihr Überleben verdanken. Doch weder sie noch ihre Schwestern ahnen etwas von der wahren Natur ihrer Schutzheiligen …

EIN GASTFREIER PLANET: Der erfahrene Verkaufsprofi Mike Golden ist nicht glücklich darüber, daß ihm an Bord der »Demeter« ausgerechnet eine Frau als Kommandantin vor die Nase gesetzt wurde, zumal ihm die »Kommandeuse« unterwegs nicht viel mehr als die kalte Schulter zeigt. Das spärlich bekleidete weibliche Empfangskomitee auf »GO 42« erscheint ihm daher gerade recht, um sich für die erlittenen Demütigungen zu entschädigen …

DAS SCHIFF: Die Armada ist die größte Sternenflotte, die die Allianz in den fünfhundert Jahren ihres Bestehens in den freien Raum entsandt hat, doch ihre Mission steht unter keinem guten Stern. Bereits die erste Fehlentscheidung des Militärs löscht eine Meereszivilisation aus und ruft  eine uralte Macht auf den Plan, deren Entscheidungen unumstößlich sind …

DIE STADT AM MEER: Die »Stadt am Meer« ist ein idyllischer Ort, der Friedrich Grünfeld alles bietet, was er sich wünschen kann. Doch über allem liegt der Schatten einer Vergangenheit, zu der der Schriftsteller keinen Zugang mehr findet. Die apokalyptischen Bilder, die er nur im Rausch zu sehen vermag, ängstigen ihn, sind aber gleichzeitig der einzige Quell seiner Inspiration. Als ihn seine Geliebte Malia verläßt und ihm die Tickets ausgehen, trifft Friedrich eine folgenschwere Entscheidung …

DAS EWIGE LIED: Christoph ist jung wie die meisten der Freiwilligen, die die Admiralität rekrutiert hat. Auf dem Weg zum Einsatzort durchqueren sie lichtlose Abgründe und begegnen ausgebrannten Nomadenstädten, bevor sie auf Pendragon, der letzten Bastion der Menschheit vor dem Niemandsland, zur Flotte stoßen. Von einem Seher wird Christoph als Aufklärungsflieger ausgewählt. Als die Armada aufbricht, fliegt er mit seinen Gefährten voran, bis sie auf eine Nomadenstadt treffen, die wie durch ein Wunder verschont geblieben ist …

HEIMKEHR: Wie jedes Jahr vor den Weihnachtstagen besucht der Wissenschaftler Kravitz den kleinen Ort Niederlahr, in dessen Nähe er früher gelebt und gearbeitet hat. Im Restaurant »Zum Löwen« trifft er auf den UN-Ermittler Mulders, der noch immer versucht, das Geheimnis der mysteriösen Barriere aufzuklären, die das Institut seit dem Ereignis von der Außenwelt trennt. Mulders vermutet, daß Professor Kravitz in den Fall verwickelt ist, hält sich aber mit Schuldzuweisungen zurück. Denn auch Kravitz‘ Frau Miriam ist hinter der unsichtbaren Mauer eingeschlossen …

DER WUNDERBAUM: Dreißig Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden seiner Tochter Jasmin kehrt Gabriel an den Ort des Geschehens zurück. Im örtlichen Gasthof erfährt er, daß das alte Forsthaus wieder vermietet ist – an einen Geologen und Meteoritenexperten, der in der Gegend seinen Forschungen nachgeht. Doch das Haus, in dem die Familie bis zu Jasmins Verschwinden lebte, ist verlassen und die Bohrstelle am nahegelegenen Amselsee verwaist. Der Fremde bleibt wie Jasmin unauffindbar, und bald erkennt Gabriel die Zusammenhänge …

DIE LEGENDE VON EDEN: Als Gegenleistung für ihre Begnadigung verpflichten sich die Sträflinge David Green und William Jefferson, das Schicksal des Prospektorenschiffes »Argo« aufzuklären, zu dem schon vor Monaten der Kontakt abgebrochen ist. Im Zielsystem angekommen finden sie die »Argo« äußerlich unversehrt aber verlassen vor. Aus den Videoaufzeichnungen geht hervor, daß einige Besatzungsmitglieder vor Ort Selbstmord begangen haben, doch der Schlüssel zu den Ereignissen liegt anderswo – auf dem Planeten Eden, den das verlassene Schiff noch immer umkreist …

One Response to Haubold, Frank W., Die Sternentänzerin

  1. Links zum Buch:
    Kurzzusammenfassungen der Geschichten (vom Autoren verfaßt);
    Presseerklärung des Autors (ZIPfile mit 1 PDF und 1 DOC);
    – das Buch im SFCD-Forum;
    – das Buch bei literra.info;
    – die Story »Der Wunderbaum« als Leseprobe bei literra.info;
    – die Rezension in Rattus Libri 86;
    – die Anmerkungen von Helmuth W. Mommers in NOVA 17.

Schreibe einen Kommentar